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Depression

Kurzzeit-Psychotherapie hilft bei Mamma-Ca

In einer Studie wurde bei Frauen nach Brustkrebs-Erkrankung der Nutzen von zwanzig einstündigen Psychotherapie-Sitzungen geprüft. Im Fokus der Sitzungen: Beziehungskonflikte. Beim Krebskongress in Berlin wurden jetzt Studienergebnisse präsentiert.

Veröffentlicht:

BERLIN. Frauen mit Mammakarzinom und Depression profitieren von einer Kurzzeit-Psychotherapie mit Fokus auf Beziehungskonflikte. Die Chance auf eine rasche Remission der Depression ist dann wesentlich höher.

Professor Manfred Beutel von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Mainz berichtete beim Deutschen Krebskongress in Berlin über die Ergebnisse einer randomisierten Studie, an der 157 Frauen mit behandelter Brustkrebserkrankung ohne Hinweis auf Fernmetastasen teilgenommen haben.

Die Frauen hatten eine akute, überwiegend mittelschwere Depression. Einschlusskriterium war ein HADS-D-Score von 8 oder darüber. Die Intervention bestand in einer Kurzzeit-Psychotherapie aus zwanzig einstündigen Sitzungen. "Der Fokus war dabei das zentrale Beziehungskonfliktthema", so Beutel.

Ausgangspunkt war die Überlegung, dass Krebspatientinnen stark auf funktionierende soziale Beziehungen angewiesen sind und Beziehungsprobleme im Zusammenhang mit der Krebserkrankung entsprechend starke Auswirkungen auf die Psyche haben.

Intervention brachte deutlichen Nutzen

In der Kontrollgruppe erfolgte keine spezifische Therapie. Die Frauen und deren Ärzte wussten allerdings, dass eine Depression vorliegt und konnten je nach Wunsch entsprechend behandeln. Die Patientinnen der Kontrollgruppe waren also hinsichtlich der Depression nicht zwangsläufig unbehandelt.

Trotz dieser erschwerten Bedingungen konnte für die Kurzzeitintervention ein deutlicher Nutzen nachgewiesen werden: Die Remissionsraten, definiert als Abfall des HADS-D um mindestens zwei Punkte, lagen in der Intention-to-Treat-Auswertung bei 44 Prozent und in der per-Protocol-Auswertung bei 57 Prozent. Das war jeweils signifikant mehr als in der Kontrollgruppe (23 Prozent bzw. 33 Prozent, p=0,007 bzw. p=0,015).

Im Mittel fiel der HADS-D-Score von 12,25 auf 7,57 in der Interventionsgruppe und von 11,26 auf 9,91 in der Kontrollgruppe. "Der Effekt der Therapie war dabei unabhängig von der Ausprägung der Depression zu Beginn", betonte Beutel.

Ebenfalls nachgewiesen werden konnten positive Effekte auf sekundäre Endpunkte wie globale Gesundheit, Lebensqualität, sexuelle Zufriedenheit und emotionale Rollenfunktionen. (gvg)

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