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Lasern bewährt sich an der Prostata

Alternativen zur TUR-P und zur Adenomektomie bei benignem Prostatasyndrom wurden probiert und wieder verworfen. Etabliert haben sich ablative Laserverfahren - mit Vor- und Nachteilen.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Ist an der Prostata ein Eingriff nötig, sind Laserstrahlen eine Option.

Ist an der Prostata ein Eingriff nötig, sind Laserstrahlen eine Option.

© Löppert Pharma Profil

HAMBURG. Drei Lasersysteme haben sich für Eingriffe an der Prostata nach Einschätzung von Privatdozent Thorsten Bach und Professor Andreas J. Gross aus Hamburg etabliert: der gepulste Holmium:YAG (Ho:YAG)-Laser, der Greenlight-Laser und  der Thulium:YAG-Laser  (Uro-News 2011; 15  (1): 30).

Das Besondere an der photoselektiven Vaporisation der Prostata (PVP) mit dem Greenlight-Laser bei 532 nm Wellenlänge ist, dass die Energie selektiv in rotem Gewebe absorbiert wird.

Durch Verdampfen des Gewebes entsteht eine Kavität. Damit können auch Hochrisikopatienten, etwa jene unter Antikoagulation, operiert werden. Die Lernphase für den Operateur ist kurz, Blutungen sind seltener als mit TUR-P bei vergleichbarer Effektivität.

Allerdings kommt es postoperativ zu einer ausgeprägten Dysurie. Erneute Operationen wegen BPS-Rezidiven oder Blasenhalssklerosen seien häufiger nötig, schreiben Bach und Gross.

Tm:YAG versus Ho:YAG: Kontinuierlich versus gepulst

Mit dem Ho:YAG-Laser kann das komplette Prostataadenom transurethral entfernt werden, die Rezidivraten sind niedrig. Die postoperative Morbidität ist geringer als mit der klassischen Op, was sich in reduzierter Katheter- und Krankenhausverweildauer niederschlägt.

Nachteile sind die hohen Anschaffungskosten des Lasersystems und des Morcellators für die Zerkleinerung der Adenomknoten, weshalb sich das System nicht überall durchgesetzt hat.

"Ausschlaggebend dürfte jedoch die ausgeprägte Lernkurve dieser Technik sein", merken Bach und Gross an.

Im Unterschied zum Ho:YAG-Laser wird beim 2007 eingeführten Thylium:YAG (Tm:YAG)-Laser die Energie nicht gepulst, sondern kontinuierlich abgegeben. Folglich schneidet und vaporisiert er zugleich.

Offenbar lässt sich die Technik schnell erlernen. Die Effektivität und die Sicherheit wurden in Kohortenstudien als günstig bewertet. Noch fehlen aber Langzeitdaten über mehr als zwei Jahre postoperativ.

Das Fazit von Bach und Gross: Die Enukleation mit Ho:YAG- und Tm:YAG-Laser ist so effektiv wie TUR-P, aber besser verträglich.

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