Direkt zum Inhaltsbereich

Leukämie in der Elbmarsch bleibt weiter ein Rätsel

HANNOVER (cben). Das Rätsel um die 15 Leukämie-Erkrankungen von Kindern im Umkreis des Kernkraftwerkes Krümmel an der Elbe und dem Forschungsreaktor Geesthacht kann auch nach 14 Jahren Expertenbemühungen offenbar nicht aufgeklärt werden.

Veröffentlicht:

Am Freitag legte Erich Wichman, Leiter der Leukämie-Kommission der niedersächsischen Landesregierung seinen Bericht vor. Ergebnis: Es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Anlagen und den Leukämiefällen. Doch der Fall bleibt umstritten.

Der Direktor des Instituts für Epidemiologie in München erklärte die Häufung der Erkrankungen mit natürlichen Schwankungen. Erhöhte Radioaktivität, die in Dachstaubproben gemessen wurde, sei etwa auf die Tschernobyl-Katastrophe zurückzuführen. Weitere Gründe seien nicht auszumachen.

Seit 1990 untersucht die Kommission unter Professor Wichmann die auffällige Häufung der Blutkrebsfälle. Mit seinen Ergebnissen widersprach Wichmann anderen Experten, die eine Panne im Jahr 1986 im Forschungsreaktor Geesthacht vermuten, die radioaktive Kügelchen freigesetzt hätten, so genannte PAC-Partikel. Wichmann fand nichts dergleichen.

Unterdessen kritisierten andere Experten der Kommission, ihr Urteil sei im Bericht nicht berücksichtigt worden. Man sei "auf das Höchste irritiert" teilten etwa die beiden Wissenschaftler Horst Kuni und Inge Schmitz-Feuerhake in einer Erklärung mit. Auch die Bürgerinitiative "Verein Bürger gegen Leukämie in der Elbmarsch", zweifelte die Untersuchung an.

Sebastian Pflugbeil von der Vereinigung "Ärzte gegen den Atomkrieg" sagte: "Wir haben mit Teesieb und Mikroskop die Kügelchen gefunden. Warum hat Herr Wichmann keine gefunden? Wir werden weiter dran bleiben."

Peter Kaatsch, Leiter des Mainzer Kinderkrebsregisters, stimmte Wichmann zu: "Aber die statistische Häufung ist sehr auffällig. Das ständige Wiederkehren der Erkankungsschübe gibt es in Deutschland sonst nicht.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo VasioCore

© InMediq

inmediQ

VasioCore: Patientenspezifischer Cardiovascular Twin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Lilly

Lilly

Adipositassprechstunde systematisch umsetzen

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„Rettungskiste“ für die Praxis

Chronische Schmerzen: 5 Tipps fürs Patientengespräch

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Lesetipps
5 verschiedene ältere Menschen.

© [M] l.o. © kegfire / stock.adobe.com | l.u. © alexandre zveiger / stock.adobe.com | © m.o. © ramvseb / stock.adobe.com | m.u. © Anton / stock.adobe.com | r. © Africa Studio / stock.adobe.com

5 Beispiele aus der Praxis

Vorhofflimmern: Bei wem muss vor einer Operation die Antikoagulation pausiert werden?