Männer sind Vorsorgemuffel - man muss sie zum Prostata-Check gut motivieren

Männer nehmen Prostata-Erkrankungen noch immer auf die leichte Schulter: Nur etwa 30 Prozent derjenigen mit symptomatischer BPH lassen sich deswegen behandeln, und weniger als 20 Prozent der Männer über 45 Jahren gehen zur Krebsvorsorge-Untersuchung. Dabei kann ein gründlicher Prostata-Check helfen, einen Tumor noch rechtzeitig zu entdecken.

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Männer sind das schwache Geschlecht, wenn es um die Gesundheit geht: Sie gehen rücksichtsloser mit ihrem Körper um, ernähren sich schlechter und gehen seltener zum Arzt als Frauen. Kein Wunder, dass sie auch Krebsvorsorge-Untersuchungen schleifen lassen.

Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) beteiligten sich im Jahr 2004 nur 18,3 Prozent der berechtigten Männer an solchen Checks, immerhin knapp 47 Prozent waren es bei den Frauen. Bei Männern über 45 Jahren ist es daher besonders wichtig, dass sie regelmäßig an die Vorsorge-Untersuchung erinnert werden. Urologen empfehlen einen Prostata-Check sogar bereits für Männer ab 40 Jahren.

Jedes Jahr erkranken 49 000 Männer an einem Prostata-Ca

Wie wichtig eine Prostata-Untersuchung ist, zeigen aktuelle Daten des RKI: Danach erkranken jedes Jahr etwa 49 000 Männer in Deutschland an einem Prostata-Karzinom - fast so viel wie jedes Jahr Frauen an Brustkrebs erkranken (etwa 55 000). Heilbar sind Prostata-Tumoren jedoch nur, wenn sie früh erkannt werden und die Prostata-Kapsel noch nicht durchbrochen haben. Bei vielen Männern ist es bei der Diagnose aber zu spät: Mehr als 11000 Männer sterben jährlich an Prostata-Krebs, im Jahr 2005 stand das Prostata-Karzinom damit auf Platz Sechs der häufigsten Todesursachen bei Männern.

Bei der Früherkennung hinkt Deutschland hinterher

Prostata-Tumoren aufzuspüren, solange eine kurative Therapie möglich ist, das gelingt vor allem durch eine regelmäßige Kontrolluntersuchung. Solche Checks und die inzwischen guten Therapiemöglichkeiten haben sicher dazu beigetragen, dass heute in Deutschland mehr als 80 Prozent der Männer fünf Jahre nach der Diagnose Prostata-Ca am Leben sind - in den 70er Jahren waren es erst 60 Prozent. Doch der Anteil könnte noch viel höher sein.

Das zeigt ein Vergleich der Sterberaten in den USA und in Deutschland: In den USA sind fünf Jahre nach der Diagnose Prostata-Ca erst 3 von 1000 Männern gestorben, in Deutschland bereits 130. Selbst zehn Jahre nach der Diagnose sind in den USA erst 36 von 1000 Männern gestorben, in Deutschland 240. Die Autoren der Studie vermuten, dass Prostata-Tumoren in den USA früher erkannt werden, weil Männer Vorsorge-Checks ernster nehmen. Dort lassen auch knapp 60 Prozent der Männer über 50 Jahre jährlich ihren PSA-Wert prüfen, in Deutschland sind es nur 12 Prozent (Int J Cancer, online). (mut)

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