Thrombose/Embolie

Mit acht Fragen läßt sich das Thromboserisiko einschätzen

BASEL (sko). Ob ein Risiko für eine Thromboembolie besteht, läßt sich mit acht Fragen gut eingrenzen. Ergibt sich dabei die Notwendigkeit einer Prophylaxe, kommen außer nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Bewegung und Belastung der Beine auch niedermolekulare Heparine (NMH) in Betracht.

Veröffentlicht: 01.03.2006, 08:00 Uhr

Nach den europäischen Leitlinien wird das Risiko für venöse Throm-boembolien (VTE) bei Patienten mit internistischen Erkrankungen in die drei Kategorien niedrig, mittel und hoch unterteilt. Dies sollte nach Meinung von Privatdozent Jürgen Koscielny von der Charité Berlin kritisch überdacht werden.

Bei einer Veranstaltung in Basel, die das Unternehmen Novartis organisiert hatte, plädierte er dafür, nur noch zwischen hohem und niedrigem Risiko zu unterscheiden. Zur Stratifizierung sollten dann Akutrisiken wie Infektionen, Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Basisrisiken wie Alter, Exsikkose oder eine VTE in der Vorgeschichte herangezogen werden.

Koscielny stellte einen Punktekatalog mit acht Fragen vor, der die Stratifizierung bei nicht chirurgisch behandelten Patienten erleichtern soll. Die Antwort "ja" auf die Fragen nach Tumorerkrankung, Thrombophilie-Neigung und Thrombosen in der Vorgeschichte wird mit je drei Punkten bewertet. Einen Punkt gibt es für ein Ja auf die Fragen nach Medikamenten-Einnahme, Alter über 70, Übergewicht und Bettlägerigkeit in den letzten zwölf Wochen.

Die letzte Frage soll klären, ob eine größere Operation geplant ist. Wenn das der Fall ist, werden zwei Punkte vergeben. Kommen in der Summe höchstens drei Punkte heraus, besteht ein niedriges Risiko, ab vier Punkten hingegen ein hohes Risiko. Würden Patienten nach diesen Kriterien eingestuft und behandelt, ließe sich das Risiko für eine Thrombose verringern, sagte Koscielny.

Patienten mit hohem Thromboserisiko sollten eine medikamentöse Prophylaxe, etwa mit dem NMH Certoparin (Mono-Embolex®) erhalten, das unabhängig vom Körpergewicht dosiert wird und somit leicht anzuwenden ist. Zudem ist Certoparin seit kurzem zur Behandlung nach Schlaganfall zugelassen, der mit hohem Thromboserisiko einhergeht.

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Medizinhistoriker Prof. Karl-Heinz Leven erklärt, warum die Medien eine wichtige Rolle in der öffentlichen Pandemie-Debatte spielen und auf emotionale Sprachbilder von Experten besser verzichtet werden sollte.

Europäischer Gesundheitskongress

„Wir haben einen Corona-Dauerlauf vor uns“

Notfallversorgung: Eine aktuelle Umfrage unter deutschen Stroke Units zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Schlaganfalleinheiten in den Wochen des Lockdowns in Frühjahr jeweils rund 20 bis 30 Prozent weniger Schlaganfälle behandelt haben als in Vergleichszeiträumen.

Zweite COVID-19-Welle

Schlaganfallversorgung darf nicht wieder einbrechen!

Berichten von durchgehend positiven Erfahrungen nach der Niederlassung als Allgemeinmediziner: Dr. Laura Dalhaus und Dr. Tobias Samusch.

Zwei Ärzte berichten

Erfüllender Quereinstieg in die Allgemeinmedizin