Mit acht Fragen läßt sich das Thromboserisiko einschätzen

BASEL (sko). Ob ein Risiko für eine Thromboembolie besteht, läßt sich mit acht Fragen gut eingrenzen. Ergibt sich dabei die Notwendigkeit einer Prophylaxe, kommen außer nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Bewegung und Belastung der Beine auch niedermolekulare Heparine (NMH) in Betracht.

Veröffentlicht:

Nach den europäischen Leitlinien wird das Risiko für venöse Throm-boembolien (VTE) bei Patienten mit internistischen Erkrankungen in die drei Kategorien niedrig, mittel und hoch unterteilt. Dies sollte nach Meinung von Privatdozent Jürgen Koscielny von der Charité Berlin kritisch überdacht werden.

Bei einer Veranstaltung in Basel, die das Unternehmen Novartis organisiert hatte, plädierte er dafür, nur noch zwischen hohem und niedrigem Risiko zu unterscheiden. Zur Stratifizierung sollten dann Akutrisiken wie Infektionen, Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Basisrisiken wie Alter, Exsikkose oder eine VTE in der Vorgeschichte herangezogen werden.

Koscielny stellte einen Punktekatalog mit acht Fragen vor, der die Stratifizierung bei nicht chirurgisch behandelten Patienten erleichtern soll. Die Antwort "ja" auf die Fragen nach Tumorerkrankung, Thrombophilie-Neigung und Thrombosen in der Vorgeschichte wird mit je drei Punkten bewertet. Einen Punkt gibt es für ein Ja auf die Fragen nach Medikamenten-Einnahme, Alter über 70, Übergewicht und Bettlägerigkeit in den letzten zwölf Wochen.

Die letzte Frage soll klären, ob eine größere Operation geplant ist. Wenn das der Fall ist, werden zwei Punkte vergeben. Kommen in der Summe höchstens drei Punkte heraus, besteht ein niedriges Risiko, ab vier Punkten hingegen ein hohes Risiko. Würden Patienten nach diesen Kriterien eingestuft und behandelt, ließe sich das Risiko für eine Thrombose verringern, sagte Koscielny.

Patienten mit hohem Thromboserisiko sollten eine medikamentöse Prophylaxe, etwa mit dem NMH Certoparin (Mono-Embolex®) erhalten, das unabhängig vom Körpergewicht dosiert wird und somit leicht anzuwenden ist. Zudem ist Certoparin seit kurzem zur Behandlung nach Schlaganfall zugelassen, der mit hohem Thromboserisiko einhergeht.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nutzen-Risiko-Vergleich

Antikoagulation nach VTE: Länger könnte besser sein

Ausgewählte Best-of-Abstracts

Melanome – ein Risikoscore für die Immuntherapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Klinischer Nutzen der einzelnen NOAKs versus VKA bei VHFa-Patient*innen 75 Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [2]

Nicht-valvuläres Vorhofflimmern: Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien

Apixaban: günstiges Nutzen-Risikoprofil bei Älteren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin

„NOACs haben die Versorgung verändert“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin, und der
Abb. 1: Apixaban versus NMH bei Patient*innen mit VTE und aktiverTumorerkrankung im US-Versorgungsalltag: a) E?ektivitätsendpunkt VTE-Rezidiveb und b) Verträglichkeitsendpunkt schwere Blutungenb

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziet nach [2]

Tumorassoziierte VTE

Gutes Nutzen-Risiko-Profil für Apixaban im Versorgungsalltag

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin, und Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitsunfall: Was bei der Schmerzversorgung gilt

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt

Lesetipps
Schrörs

© Porträt: Antje Boysen/DEGAM | Sp

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?