Nach Nebenhöhlen-Op besser riechen

Eine Operation der Nasennebenhöhlen wirkt sich bei Patienten mit chronisch verlegter Nase offenbar günstig auf die Riechfunktion aus. Der Eingriff nutzt vor allem bei Nasenpolypen.

Veröffentlicht:

DRESDEN (EO). Von 157 Patienten mit sinunasalen Beschwerden - verstopfter Nase oder gestörter Riechfunktion - erhielten in einer Studie der Universität Dresden 113 eine sogenannte Sinuschirurgie, bei 44 wurde das Nasenseptum operiert (Eur Arch Otorhinolaryngol 2012).

Vor der Op sowie dreieinhalb und zwölf Monate nach dem Eingriff wurden die Durchgängigkeit der Nase und die Riechfunktion getestet.

85 Prozent bekamen sogleich besser Luft

Das Ergebnis der ersten Nachbeobachtung: Nach der Op bekamen 85 Prozent der Patienten besser Luft, bei 30 Prozent hatte sich der subjektive Geruchssinn, gemessen auf einer Skala von -1 ("schlecht") bis 1 ("gut") verbessert.

Allerdings hatten 69 Prozent subjektiv keine Veränderung bemerkt, bei 1 Prozent war die Riechfunktion sogar schlechter geworden.

Im Odor Identification Test, einem Riechtest mithilfe von "Sniffin‘ Sticks", hatten sich die Patienten deutlich von 10,9 auf 11,8 Punkte gesteigert, allerdings nur diejenigen mit Nebenhöhlenchirurgie.

18,6 Prozent zeigten eine Verbesserung der Riechfunktion um mindestens drei Punkte im entsprechenden Score. Für die Gruppe mit Septumchirurgie brachte der Eingriff dagegen keine signifikante Verbesserung. Insgesamt profitierten nur die Patienten mit Nasenpolypen. Bei ihnen zeigten sich Erfolgsquoten (mehr als drei Punkte Verbesserung) von knapp 30 Prozent.

Verschlechterung bei 4 Prozent nach einem Jahr

Nach einem Jahr hatte sich der Effekt der Chirurgie auf das Riechvermögen im Gesamtkollektiv zum Großteil verflüchtigt. Von nur noch 52 für die Auswertung verbliebenen Patienten berichteten zwar insgesamt gut 86 Prozent, dass ihre Nase immer noch besser durchgängig war als vor der Op.

Aber nur etwa 17 Prozent beurteilten ihre Riechfunktion als langfristig gebessert und bei immerhin knapp 4 Prozent resultierte sogar eine Verschlechterung.

Im "Schnüffel-Test" mit den Riechstäbchen war zwar ein Trend zu einer Verbesserung festzustellen, dieser blieb jedoch unterhalb der Signifikanzgrenze. Betrachtete man dagegen nur die Patienten mit Polypen, profitierte jeder Dritte mit einer deutlichen Verbesserung im Odor Identification Test.

Für die Autoren um Thomas Hummel zeigt die Studie vor allem, dass der langfristige Effekt einer Sinuschirurgie auf die Riechfunktion offenbar davon abhängt, ob der Patient Polypen aufweist.

Die Forscher spekulieren, dass die Polypen den Luftstrom stören, der an der Riechschleimhaut vorbeistreicht und so die Riechfunktion beeinträchtigen.

Quelle: www.springermedizin.de

Mehr zum Thema

Antibiotic Stewardship

So lassen sich Antibiotika-Verordnungen im Praxisalltag reduzieren

Das könnte Sie auch interessieren
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?