Kinderkardiologie

Neuer Okkluder kann Herzkranken die Op ersparen

Ein neuer Okkluder zur Therapie bei Vorhofseptumdefekt passt sich dem umliegenden Gewebe besser an als bisher genutzte Schirmchen.

Veröffentlicht: 09.01.2020, 14:52 Uhr

Berlin. Ärzte des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) haben nach eigenen Angaben zum europaweit ersten Mal einen neuartigen Okkluder zum Verschluss von Vorhofseptumdefekten eingesetzt.

In den meisten Fällen können solche Defekte heute schonend über Herzkatheter verschlossen werden, erinnert das Herzzentrum in einer Mitteilung zur Premiere. Dabei wird ja ein Okkluder, ein doppelter Schirm aus einem Drahtgeflecht, über die Blutgefäße bis in den Herzvorhof geschoben und an beiden Seiten des Defektes aufgespannt. Der Okkluder wächst dann ein und ermöglicht eine meist uneingeschränkte Lebensqualität und –Erwartung.

Neuer Okkluder ist weicher und flexibler

Der jetzt genutzte neuartige Okkluder („Cardioform Occluder“) habe wie die bisher eingesetzten Schirme ein Gerüst aus einer speziellen formstabilen und gleichzeitig weichen Metalllegierung, berichtet das Herzzentrum. Der Unterschied: Die Maschen des Geflechts sind wesentlich weiter, die dabei entstehenden Zwischenräume werden mit einer Kunststoffmembran verschlossen.

„Der Okkluder wird durch dieses neue Konstruktionsprinzip insgesamt weicher und flexibler, er passt sich dem umliegenden Gewebe also noch besser an, kann damit sehr gut einheilen und wird aufgrund des geringeren Metallanteils auch in seltenen Fällen einer Metall-Unverträglichkeit besser aufgenommen“, wird der am Herzzentrum tätige Kinderkardiologe Professor Stephan Schubert zitiert. Vom „Cardioform Occluder“ können zum Beispiel Patienten profitieren, bei denen der Vorhofseptumdefekt nahe an der Aorta-Mündung liegt, und bei denen deshalb bisher die Indikation zur Op gestellt wurde. Ein herkömmlicher Schirm aus engmaschigem Metallgewebe könnte bei ihnen langfristig die Aortenwand verletzten, erklärt das DHZB.

Das neue System stammt nach Angaben des DHZB aus den USA, wurde dort bereits rund hundertmal erfolgreich eingesetzt und hat Ende 2019 auch die EU-Zulassung erhalten. (eb)

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