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Niere bevorzugt Kombi mit Ca-Antagonisten

Bei chronisch nierenkranken Hypertonikern gibt es keinen Grund, zurückhaltend mit Kalziumantagonisten zu sein. Deren Kombination mit einem RAAS-Hemmstoff hat bei Patienten mit Nierenschäden Vorteile im Vergleich zu anderen Kombinationen.

Von Philipp Grätzel von Grätz

Die Gesundheit der Nieren ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Antihypertensiva. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die Gesundheit der Nieren ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Antihypertensiva. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die Kombinationstherapie aus einem Hemmstoff des Renin-Angiotensin-Systems (RAAS) und einem Kalziumantagonisten ist bei Hypertonie mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) vorteilhaft, hieß es beim Internistenkongress. Vor noch nicht allzu langer Zeit seien Nephrologen mit Kalziumantagonisten sehr zurückhaltend gewesen, betonte Professor Lars-Christian Rump von der Klinik für Nephrologie der Ruhr Universität Bochum am Marienhospital Herne. "Der Grund dafür war, dass Kalziumantagonisten den intraglomerulären Druck erhöhen", so der Nephrologe.

In der Kombinationstherapie mit RAAS-Hemmstoffen, die den intraglomerulären Druck senken, verliere dieser Faktor aber an Relevanz: "Aktuelle Daten haben jetzt sogar ergeben, dass die Kombination aus RAAS-Hemmstoff und einem Kalziumantagonisten bei Hypertonikern mit Nierenschäden Vorteile gegenüber anderen Kombinationen hat", betonte Rump bei einer vom Unternehmen Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung.

Die aktuellsten Daten dazu kommen aus einer gerade publizierten Auswertung des renalen Endpunkts der ACCOMPLISH-Studie. In dieser Studie war die Kombination aus RAAS-Hemmstoff und Kalziumantagonist der Kombination aus RAAS-Hemmer und Thiaziddiuretikum im Hinblick auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität signifikant überlegen. "Beim renalen Endpunkt fiel dieser Vorteil sogar noch deutlicher aus", sagte Rump.

113 Patienten in der Gruppe, die mit Kalziumantagonist plus RAAS-Hemmer behandelt wurden, erlebten einen Anstieg des Serumkreatinins auf mehr als das Zweifache, einen Abfall der GFR auf unter 15 ml/min oder wurden dialysepflichtig. In der Kontrollgruppe waren es mit 215 Patienten fast doppelt so viele. Im Moment sei damit die Kombination mit Kalziumantagonist gegenüber der Kombination mit Diuretikum bei CKD-Patienten mit Hypertonie deswegen zu favorisieren, so Rump.

Für besonders günstig hält Professor Rainer Düsing von der Uni Bonn eine fixe Kombi aus Kalziumantagonist und RAAS-Hemmer (etwa Olmesartan/Amlodipin, Vocado®), weil diese die Compliance verbesserten. Das werde auch von den Fachgesellschaften zunehmend in den Vordergrund gerückt, so Düsing. Er zitierte eine Passage aus der Ende 2009 aktualisierten Hypertonie-Leitlinie der Europäischen Gesellschaften für Hypertonie und Kardiologie (ESH/ESC): Dort sei erstmals festgehalten, dass fixe Kombinationen "wann immer möglich" bevorzugt werden sollten.

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