Rheumatologie

Plädoyer für mehr Forschung zu IgG4-assoziierten Erkrankungen

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BERLIN. „IgG4-assoziierte Erkrankungen“ sind Autoimmunerkrankungen, die mit Entzündungen und Schwellungen an ganz unterschiedlichen Organen und entsprechend vielfältigen Symptomen einhergehen. Typisch ist eine hohe Zahl IgG4-produzierender Plasmazellen in den betroffenen Geweben.

Zu den IgG4-assoziierten Erkrankungen gehört etwa die IgG4-assoziierte Autoimmunpankreatitis oder die Retroperitoneale Fibrose (M. Ormond).

Ursachen und Auslöser des Syndroms seien noch immer weitgehend unbekannt, und auch über die optimale Therapie – eingesetzt werden Glukokortikoide, Biologika und Immunsuppressiva wie Methotrexat – herrscht noch Unklarheit, denn kontrollierte Studien fehlen, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2016 (Medicine (Baltimore) 2016; 95(26): e4002) habe den weltweiten Status quo der Behandlung zusammengefasst.

Daraus lasse sich auch ablesen, dass in Asien rund doppelt so viele Patienten unbehandelt bleiben wie in Europa, berichtet die DGRh. Diese Praxis des beobachtenden Abwartens mündete bei immerhin 43 Prozent der Patienten in einer spontanen Remission.

Da die Genetik bei entzündlichen Erkrankungen eine wichtige modulierende Rolle spiele, sei unklar, inwieweit diese asiatischen Daten auf andere Patienten übertragbar sind.

Sie sollten aber vor allem als Basis für das Design randomisierter, kontrollierter Studien betrachtet werden, in denen Therapien systematisch evaluiert werden, so die DGRh. (mal)

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