Kammerflimmern

Rein subkutaner ICD längst kein Standard

Können einige Probleme der ICD-Therapie durch neue, rein subkutane Systeme gelöst werden?

Veröffentlicht: 19.02.2014, 18:07 Uhr

Konventionelle ICD-Systeme, die mit transvenösen Elektroden in oder auf dem Herzen arbeiten, haben ihre Tücken. Bis zu zehn Prozent der Patienten erleiden in den ersten sechs Monaten Komplikationen, die meist mit der Implantationsprozedur in Zusammenhang stehen. Auch die transvenösen Elektroden in den Blutgefäßen können Probleme machen.

Professor Dominic Theuns aus Rotterdam berichte beim 5. VT/VF Meeting in Berlin über erste Erfahrungen mit dem bisher einzigen rein subkutanen ICD-System, das seit 2012 auf dem Markt ist.

Subkutane Systeme treten an, Defizite der konventionellen ICD-Therapie zu reduzieren: Da die Elektrode oberflächlich in der lateralen Thoraxwand liegt, sind etwa Elektrodenkomplikationen potenziell seltener.

Patienten, die von subkutanen Systemen am ehesten profitieren, seien junge Patienten sowie Patienten mit angeborenen Herzfehlern. Auch Patienten mit Long-QT- oder Brugada-Syndrom und mit venösen Gefäßabnormalitäten seien geeignete Kandidaten, außerdem Patienten mit Komplikationen bei konventionellen ICD-Systemen.

Umgekehrt komme das subkutane System in der derzeitigen Form für all jene Patienten nicht in Frage, die eine antibradykarde Therapie benötigen. Auch für die antitachykarde Stimulation ist es nicht geeignet.

Bisherige Erfahrungen beurteilte Theuns als grundsätzlich positiv. Lebensbedrohliche Kammerarrhythmien würden zu praktisch 100 Prozent detektiert und sicher terminiert. Allerdings sei die Quote inadäquater Schocks, vor allem durch T-Wave-Oversensing, noch zu hoch.

In einer britischen Studie lag dieser Anteil bei 15,3 Prozent. Dies sei ähnlich wie bei transvenösen Systemen, so Theuns. Letztere kommen allerdings aufgrund der Lage der Elektrode mit deutlich weniger Schockenergie aus.

Eine Verringerung der Schockenergie war entsprechend einer der vom Auditorium am häufigsten genannten Wünsche. Auch wurde darauf hingewiesen, dass zur Langlebigkeit der Subkutanelektroden derzeit noch kaum Aussagen möglich seien. Ein unabhängiges Register sei wünschenswert, sagte Professor Karl-Heinz Kuck aus Hamburg. (gvg)

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