Rheumatoide Arthritis steckt nicht hinter Anämie

WIESBADEN (ars). Patienten mit Rheuma haben oft eine Anämie. Die Annahme aber, sie gehe auf die Entzündung zurück, ist oft zu kurz gegriffen - nach einer Studie stecken meist andere Ursachen dahinter. Eine genaue Diagnostik ist unverzichtbar.

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33 bis 60 Prozent der Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) haben eine milde krankheitsassoziierte Form der Anämie, so Professor Klaus Krüger im Handbuch zum Rheuma Update in Wiesbaden.

Deren Kennzeichen: normochrom, normozytär, niedriges Serumeisen und erhöhte Thrombozytenwerte. Hier stehe als Therapie eine gute Einstellung der Grunderkrankung an erster Stelle, so der Internist aus München.

Doch kann die Anämie auch andere gravierende Ursachen haben. Das demonstrierte Krüger an einer einjährigen britischen Kohortenstudie mit 2000 RA-Patienten; Rund 200 hatten eine Anämie.

Häufigster Grund - bei 90 Patienten - war ein Eisenmangel, der meist durch Blutungen, vor allem gastrointestinale, ausgelöst war. 78 Patienten hatten eine RA-assoziierte Anämie.

Bei den übrigen waren die Ursachen B12-Mangel, Malignome, Hypothyreose und Alkoholmissbrauch.

Wie die Gesamtabklärung ergab, hatten in Summe zehn Prozent der Anämie-Patienten ein (Prä-)Malignom und 15 Prozent eine Blutung. Eine Anämie bei RA sei also nicht selbsterklärend, sondern bedürfe einer gründlichen Analyse, hob Krüger hervor.

Als vielversprechenden Biomarker stellte er das Leberhormon Hepcidin vor: Mit einer Sensitivität und Spezifität von je knapp 90 Prozent lasse sich damit eine Eisenmangel- von einer Entzündungsanämie abgrenzen.

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