Früherkennung

Schilddrüsen-Check 2017 in Deutschland

Die Schilddrüsen-Initiative Papillon ruft zum zwölften Mal zu einer Schilddrüsenwoche auf.

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FRANKFURT AM MAIN. Unter dem Motto "Zu wenig Prävention, zu viele Operationen" wird die bundesweite Aktion in diesem Jahr vom 8. bis 12. Mai in 6.000 Arztpraxen stattfinden. Während der Schilddrüsenwoche untersuchen Ärzte verstärkt die Schilddrüse ihrer Patienten (Tastuntersuchung) und fördern so die Früherkennung von Schilddrüsenerkrankungen. Damit soll der hohen Rate von Schilddrüsenoperationen in Deutschland vorgebeugt werden, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens Sanofi. Insgesamt beteiligten sich bisher über 50.000 Arztpraxen an der Schilddrüsenwoche.

Partner der Schilddrüsenwoche sind die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN), der Arbeitskreis Jodmangel, das Forum Schilddrüse sowie Sanofi (Henning).

Die suboptimale Jodversorgung über die Ernährung ist noch immer die häufigste Ursache für Strumen und knotige Schilddrüsenveränderungen. Eine ausreichende Jodversorgung bereits ab dem Kindesalter ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme. Denn "was bei Kindern und Jugendlichen versäumt wird, lässt sich in späteren Jahren kaum wieder aufholen und legt den Grundstein für spätere Schilddrüsenknoten," wird Professor Peter Goretzki, Lukaskrankenhaus Neuss in der Mitteilung zitiert. Jodmangelbedingte, gutartige Schilddrüsenerkrankungen sind in Deutschland nach wie vor sehr häufig und könnten durch eine rechtzeitige Levothyroxin/Jodid-Kombinationstherapie behandelt werden, um einer Vergrößerung des Schilddrüsenvolumens als auch einem Knotenwachstum entgegenzuwirken. Schilddrüsenhormonpräparate wie L-Thyroxin und die Kombination von L-Thyroxin und Jod stehen seit 2015 auf der Substitutionsausschlussliste und gehören zu den Präparaten, bei denen ein Auswechseln in der Apotheke grundsätzlich verboten ist.

Eine konsequente medikamentöse Behandlung trägt dazu bei überflüssige "diagnostische" Operationen bei gutartigen Veränderungen der Schilddrüse zu vermeiden. Viele Patienten sind präoperativ nie behandelt worden. Erfreulich ist die Entwicklung der letzten 5 Jahre, in denen sich die Rate der Operationen um 20 Prozent verringert hat. (eb)

Kostenloses Informationsmaterial zur Schilddrüsenwoche und zu Schilddrüsenerkrankungen erhalten Ärzte unter: www.infoline-schilddruese.de/.

Weiterer Service

Für Patienten bietet das Forum Schilddrüse kostenfrei ein informatives Aufklärungsvideo an:

http://www.forum-schilddruese.de/Videofilme/Neuer-Film-Die-Schilddruese-kleines-Organmit-

grosser-Wirkung.htm?ID=205.

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