Score zum akuten Koronarsyndrom erleichtert die Therapiewahl

KÖLN (cin). Für das akute Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung (NSTE-ACS) gibt es nun neue Empfehlungen: Im ersten Schritt wird die Diagnose gestellt. Im zweiten Schritt wird sie etwa durch Folge-EKG oder Troponinbestimmung gesichert.

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Im dritten Schritt wird die Therapiestrategie festgelegt: konservative Therapie, dringende ("Urgent") oder eilige ("Early") invasive Intervention. Und: Sowohl Patienten mit STEMI als auch mit Verdacht auf NSTE-ACS müssen in die Klinik eingewiesen werden.

Ein Patient mit Schmerzen in der Brust - an diesem Punkt gilt es auch weiterhin die Qualität des Schmerzes zu deuten, nach kardiovaskulären Risikofaktoren wie KHK zu suchen und ein EKG zu schreiben. "Anschließend werden die Diagnose gestellt und auch die Weichen für das weitere Vorgehen. Meist gibt es drei Möglichkeiten: Patienten haben einen STEMI und brauchen sofort eine Katheterangiografie. Eine kardiovaskuläre Ursache kann ausgeschlossen werden. Oder es besteht der Verdacht auf ein NSTE-ACS. Diese Patienten müssen zur weiteren Diagnostik in die Klinik." Darauf hat Privatdozent Evangelos Giannitsis von der Uni Heidelberg in Köln hingewiesen.

Im zweiten Schritt muss die Diagnose NSTE-ACS gesichert und das Risiko der Patienten bestimmt werden. Wichtig sei etwa auf ST-Strecken-Änderungen zu achten und Troponine zu bestimmen, so der Kardiologe bei dem von MSD Sharp & Dohme organisierten Symposium. Zudem wird das Risiko der Patienten, im Krankenhaus zu sterben, nun mit dem neuen Grace-Risk-Score ermittelt. Hierbei werden acht unabhängige Risikoparameter wie Alter, Herzfrequenz, ST-Veränderungen berücksichtigt. Dadurch kann auch abgeschätzt werden, welche Patienten von einer eiligen ("Early") invasiven Therapie profitieren. Liegt das Ergebnis unter 108 Punkten, haben Patienten ein Risiko kleiner ein Prozent - und es reicht eine konservative Therapie. Ein mittleres Risiko (zwischen ein und drei Prozent) haben Patienten mit 109 bis 140 Punkten. Punkte zwischen 141 und 372 sind mit einer Sterberate im Krankenhaus von mehr als drei Prozent assoziiert. Diese Patienten der höchsten und auch diejenigen der mittleren Risikokategorie sollten schnell ("Early") eine invasive Intervention erhalten. Eine weitere Neuerung: Das Zeitfenster der eiligen Intervention liegt nun nicht mehr bei 48 sondern bei 72 Stunden.

In der Akutbehandlung sollten Patienten weiterhin etwa Sauerstoff, Nitrate, ASS, Clopidogrel und Morphine erhalten. Als Begleittherapie wird nun etwa bei Patienten mit Symptomen, mit erhöhten Troponinwerten, mit dynamischen ST/T-Veränderungen oder Diabetes mellitus zusätzlich zu dieser Medikation zur Überbrückung bis zur Herzkatheteruntersuchung ein GP IIb/IIIa-Antagonist wie Tirofiban (vom Unternehmen als Aggrastat® angeboten) oder Eptifibatid empfohlen - sofern kein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.

Den Grace-Risk-Score und weitere Informationen darüber gibt es im Internet unter der Adresse: www.outcomes- umassmed.org/grace/

STICHWORT

Grace-Risk-Score

Mithilfe von acht unabhängigen Risikoparametern wie Alter, Herzfrequenz, ST-Veränderungen wird ein Punktwert ermittelt. Liegt das Ergebnis unter 108 Punkten, ist das Risiko der Patienten, im Krankenhaus zu sterben, kleiner als ein Prozent. Ein mittleres Risiko (ein bis drei Prozent) haben Patienten mit 109 bis 140 Punkten. Punkte zwischen 141 und 372 sind mit einer Sterberate im Krankenhaus von mehr als drei Prozent assoziiert.

(cin)

Kranke mit hohem Sterberisiko

benötigen invasiven Eingriff.

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