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Sport möglichst sofort! Ist das die neue Devise nach Herzinfarkt?

Wer rastet, rostet - das gilt offenbar auch für Patienten gleich nach Myokardinfarkt. Wenn sie bald mit Sport beginnen, erholt sich das Herz nach neuen Daten rascher.

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Ausruhen nach dem Herzinfarkt ist wohl passé.

Ausruhen nach dem Herzinfarkt ist wohl passé.

© Alexander Raths / fotolia.com

EDMONTON (ars). Dass Bewegung nach einem Herzinfarkt die allgemeine ebenso wie die kardiovaskulär bedingte Sterberate verringert, belegen viele Studien. Und doch existieren keine Leitlinien oder Empfehlungen, wann das Training beginnen und über welchen Zeitraum es sich erstrecken sollte.

Noch herrsche vielfach die Ansicht, eine erhöhte Beanspruchung schädige das ohnehin angegriffene Herz zusätzlich, erläutern kanadische Wissenschaftler den Ausgangspunkt ihrer Metaanalyse. Immer noch laute daher eine gängige Maxime: für mindestens einen Monat möglichst wenig bewegen, damit das Gewebe regenerieren kann.

In diese Grauzone bringen die Forscher aus Edmonton nun einen konkreten Vorschlag: ungefähr eine Woche nach dem Ereignis mit dem Sportprogramm zu starten und es für wenigstens drei Monate durchzuhalten (Trials 2011, 12: 92).

Diesen Rat stützen sie mit dem Ergebnis ihrer Studie: Der Herzmuskel kräftigte sich um so schneller, je früher die Teilnehmer mit der körperlichen Ertüchtigung anfingen und je länger sie dabeiblieben. Umgekehrt besserte sich die Auswurffraktion um so langsamer, je länger sie mit der Reha warteten.

Ein klinisch stabiler Zustand vorausgesetzt, sind die Resultate bei der Herzfunktion am besten, wenn die Patienten eine Woche nach dem Ereignis mit aerobem Sport wie Radfahren oder Walking beginnen und sechs Monate fortsetzen. Im Endeffekt sparen sie Mühe und Aufwand, wenn sie sofort aktiv werden, als wenn sie sich erst einmal auf die faule Haut legen. Denn jede Woche, um die das Training hinausgeschoben wird, bedeutet: Man muss es um einen Monat verlängern, um den gleichen Gewinn zu erzielen.

Für ihre Metaanalyse haben die Forscher um Dr. Mark Haykowsky von der University of Alberta mehr als 1000 Studien der vergangenen 20 Jahre zu Herzinfarkt und Sport durchforstet. Davon wählten sie 31 Studien mit zusammen rund 1600 Patienten als geeignet aus, weil darin Auswurffraktion oder Ventrikelvolumen bestimmt worden waren.

Das aerobe Training war so gestaltet, dass die Sauerstoffaufnahme 60 bis 80 Prozent des anfangs gemessenen Maximalwerts betrug. Die Trainingseinheiten dauerten jeweils 20 bis 180 Minuten, und zwar über einen Zeitraum von einem bis sechs Monate.

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