Direkt zum Inhaltsbereich

Stent soll helfen, Luftnot bei Emphysem zu lindern

BERLIN (gvg). Was Kardiologen können, das können Pulmonologen inzwischen auch: die Implantation von Stents zur Therapie. In einer großen Studie wird jetzt untersucht, ob sich die Luftnot bei Patienten mit schwerem Lungen-Emphysem durch kleine Stents verbessern lässt.

Veröffentlicht:

Die weniger als fingernagelgroßen Röhrchen, die das kalifornische Unternehmen Broncus Technologies herstellt, werden während der Bronchoskopie in die Luftwege eingebracht. In der Regel werden drei Stents pro Lungenflügel eingesetzt.

Das Prinzip, das dahinter steckt: Durch die Stents werden neue Luftwege eröffnet, die den Gasaustausch verbessern, weil kollabierte kleine Atemwege umgangen werden. Pathophysiologisch kann das sinnvoll sein. Denn eines der Probleme bei Emphysem-Patienten besteht darin, dass die Atemwege kollabieren, wodurch Teile der Lungen vom Gasaustausch abgeschnitten werden. Über eine ebenfalls bronchoskopisch eingeführte Doppler-Sonde wird vor der Implantation der Stents sicher gestellt, dass in der Region der geplanten Implantation keine größeren Blutgefäße im Weg sind.

Natürlich sollen die Stents offen bleiben und nicht von angrenzendem Gewebe wieder verschlossen werden. Sie sind deswegen mit dem Chemotherapeutikum Paclitaxel beschichtet, das auch bei einigen Medikamenten-beschichteten Stents für die Herzkranzgefäße verwendet wird.

"Die neue Technik könnte jenen helfen, die nicht von Operationen profitieren, bei denen das Lungenvolumen reduziert wird", betonte Studienleiter Dr. Daniel Sterman von der Medizinischen Hochschule der Universität von Pennsylvania. Dies sei häufig dann der Fall, wenn das Emphysem nicht auf einzelne Lungenteile begrenzt ist, sondern die Lunge komplett betrifft. Das Verfahren wird in der jetzt angelaufenen EASE-Studie (Exhale Airway Stents for Emphysema) geprüft. Insgesamt 450 Patienten nehmen daran teil. Ein per Zufall ausgewähltes Drittel der Patienten -die Kontrollgruppe - erhält nur eine Bronchoskopie.

Weitere Informationen zur Studie unter http://www.EASEtrialUS.com

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV

Lesetipps
Eine ältere Frau steht vor einem Arzneischrank.

© SelectStock / Getty Images / iStock

Wird oft übersehen

Wie sich Migräne bei älteren Menschen zeigt