Morbus Parkinson

Teilung von Tabletten kann zu Dosisabweichungen führen

Tabletten zu teilen kann riskant sein, insbesondere bei Medikamenten mit einem engen Bereich zwischen therapeutischer und toxischer Dosis.

Veröffentlicht: 24.01.2011, 12:01 Uhr

NEU-ISENBURG (MUC/eb). Je nach Tablettenart kann es beim Teilen zu bedenklichen Dosisabweichungen kommen, berichten belgische Forscher.

Sie forderten in einer Studie fünf Freiwillige im Alter zwischen 21 und 55 Jahren auf, acht in der Größe und im Aussehen unterschiedliche Tabletten zu halbieren oder zu vierteln (J Adv Nurs 2011; 67: 26).

Nur einer von ihnen hatte Erfahrungen im Tablettenteilen. Verwendet wurden Tabletten, die bei Parkinson, dekompensierter Herzinsuffizienz, Thrombose und Arthritis verordnet werden und auch in der Praxis häufig gestückelt werden müssen.

Als Werkzeuge wurden verwendet: ein Tablettenteiler (Gruppe 1), eine Schere, wenn die Tablette keine Kerbe hatte oder die Hand, wenn die Tablette eine Kerbe hatte (Gruppe 2) und ein Küchenmesser (Gruppe 3).

Anschließend wurde das Gewicht der Tablettenstücke ermittelt: Knapp jedes dritte Stück wich mehr als 15 Prozent von ihrem theoretischen Sollgewicht ab und jedes siebte mehr als 25 Prozent.

Die genauesten Ergebnisse wurden mit dem Tablettenteiler erzielt. Trotzdem wich auch hier noch jedes fünfte Stück mehr als 15 Prozent und jedes zwölfte Stück mehr als 25 Prozent vom Soll ab.

Manche Tabletten ließen sich genauer teilen als andere. Doch selbst bei diesen kam es bei jeder fünfzigsten zu Abweichungen von 15 Prozent und mehr (19 Prozent bei den am schwierigsten zu teilenden Tabletten).

Einer deutschen Studie zufolge wird mehr als ein Viertel aller Tabletten geteilt, um die Dosisflexibilität zu erhöhen, damit die Tabletten besser zu schlucken sind oder um Kosten zu sparen (für die Patienten, aber auch für die Krankenkassen).

Doch die Tablettenteile sind oft ungleich groß, und es gehen - je nach Methode - auch mal Stücke verloren. Daran sollte man unbedingt denken.

Die Studienautoren fordern zudem die Arzneimittelhersteller auf, in Zukunft ein breiteres Dosisspektrum von Medikamenten oder flüssige Alternativen anzubieten.

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Kassen reagieren mit Unverständnis auf KBV-Kritik

Honorarverhandlung

Kassen reagieren mit Unverständnis auf KBV-Kritik

Wie deutsche Hilfsorganisationen in Beirut die Not lindern

Katastrophenhilfe im Libanon

Wie deutsche Hilfsorganisationen in Beirut die Not lindern

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden