Niedersachsen

Tuberkulose bei Mitarbeitern von Schlachthof

Das RKI berichtet von mehreren Fällen von TB bei Schlachthof-Mitarbeitern in Niedersachsen. Gefahr für die Allgemeinheit bestehe aber nicht.

Veröffentlicht: 30.06.2019, 11:49 Uhr

BERLIN. Seit Anfang 2018 haben die Gesundheitsämter in zwei niedersächsischen Landkreisen (LK) gehäuft Tuberkulose (TB-)Erkrankungen unter Schlachthofmitarbeitern registriert, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) (Epi Bull 26/2019). 13 Mitarbeiter hätten sich infiziert, eine Person sei an den Folgen der TB gestorben. Bei den Betroffenen handle es sich überwiegend um aus Rumänien stammende Arbeitskräfte.

Im Laufe des Jahres 2018 bis zum 28.2.2019 waren unter Beschäftigten eines Schlachthofes, in dem Schweine geschlachtet und verarbeitet werden (Schlachthof A), sieben offene Lungen-TB diagnostiziert worden, drei davon in den Monaten September und Oktober 2018. Einer der Erkrankten starb im November 2018 an den Folgen der TB.

Im benachbarten Landkreis waren seit Anfang 2018 sechs Schlachthofarbeiter mit einer offenen Lungen-TB gemeldet worden, die in Schlachthof B (ebenfalls Schweineverarbeitung) beschäftigt waren. Die Betriebe A und B liegen etwa 40 km voneinander entfernt.

Nach dem Bekanntwerden der Infektionen folgten zum Teil umfassende Umgebungsuntersuchungen durch die Gesundheitsämter. Dabei hätten 59 der 96 getesteten Kontaktpersonen von Schlachthof A (61 Prozent) ein positives Testergebnis gezeigt. Bei den Mitarbeitern des Schlachthofs B wurde kein weiterer Fall einer behandlungsbedürftigen TB identifiziert.

„Bei den Erkrankten wurden überwiegend unterschiedliche TB-Stämme gefunden, was darauf hindeutet, dass die für die Erkrankungen ursächlichen Infektionen unabhängig voneinander und höchstwahrscheinlich nicht im hiesigen Umfeld erworben wurden“, heißt es im RKI-Bericht. Es sei bisher kein Fall einer TB bei Menschen beschrieben, der zweifelsfrei auf Kontakt mit Schweinen oder auf den Verzehr von Schweinefleisch oder Schweinefleischprodukten zurückzuführen ist.

Es gebe daher keinen Grund, eine Übertragung von TB-Erregern von Schlachtvieh auf Schlachthofmitarbeiter zu vermuten, so das RKI. (bae)

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