Nachspiel zur PR-Kampagne

Uniklinikum Heidelberg stellt Strafanzeige gegen Unbekannt

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HEIDELBERG. Das Universitätsklinikum Heidelberg hat in der Causa Bluttest zur Brustkrebsdiagnostik bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg nun Strafanzeige gegen Unbekannt „unter allen rechtlichen Gesichtspunkten“ gestellt. Das Klinikum sehe sich als öffentliche Einrichtung zu diesem Schritt gezwungen, teilte es am Freitag mit.

Welches konkrete Vorgehen allerdings zum Nachteil der Klinik Anlass für die Strafanzeige sei, teilte die Kliniksprecherin auch auf Nachfrage der „Ärzte Zeitung“ nicht mit.

Die Universitätsklinik Heidelberg steht seit Ende Februar in der Kritik, mit einer verfrühten Ankündigung eines neuen Bluttests zur Diagnostik von Brustkrebs ungerechtfertigt Hoffnungen geschürt zu haben. Keine überprüfbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse und undurchsichtige Finanzverflechtungen rund um die Ausgründung des Universitätsklinikums zur Entwicklung des Bluttests verschärften die Kritik.

„Wenn aus wirtschaftlichen Interessen unüberprüfbare Ergebnisse an die Öffentlichkeit gegeben und damit ungerechtfertigte Erwartungen geweckt werden, wirft das einen Schatten auf das Image der Forschung“, hatte sich jüngst der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns. geäußert. Zudem stelle sich durchaus die Frage nach Interessenkonflikten, wenn Geld und Wissenschaft in einer Hand zusammenkämen.

Noch deutlicher formulierte es Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Es würden offensichtlich wirtschaftliche Interessen in unverantwortlicher Weise vor das Wohl der betroffenen Frauen gestellt, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

In seiner aktuellen Mitteilung bedauert das das Universitätsklinikum nochmals die Geschehnisse rund um den Bluttest, betont aber zugleich, dass sich es sich zu der Aufgabe bekenne, die Erkenntnisse aus der Forschung in die klinische Anwendung zu übertragen und dazu auch Ausgründungen zu tätigen.

Eine Aussicht, wann mit einer offiziellen Stellungnahme der Expertenkommission unter Leitung von Professor Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, zu rechnen ist, gibt die Uniklinik weiterhin nicht. Von der Kommission wird erwartet, dass sie Licht in die Abläufe rund um die PR-Kampagne zum Bluttest und die geschäftlichen Verknüpfungen bringt. (mmr/run)

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