Kommentar zur Grapefruit

Vermeidbare Katastrophen

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Das Problem ist altbekannt: Grapefruit(-saft) kann die Bioverfügbarkeit vieler Medikamente erhöhen. Dass dieselben Pharmakologen, die die Interaktion vor gut 20 Jahren erstmals beschrieben haben, jetzt erneut warnen, hat einen guten Grund.

Die Zahl der Medikamente, bei denen die Wechselwirkung mit Grapefruit zu gravierenden Nebenwirkungen führen kann, hat sich in den letzten vier Jahren von 17 auf 43 erhöht.

Im schlimmsten Fall wird durch die Wechselwirkung ein Heilmittel zum tödlichen Gift. Wie bei jenem 29-Jährigen, der gegen seinen Heuschnupfen Terfenadin schluckte und dazu fleißig Grapefruitsaft trank - bis das Antihistaminikum 30-fach überdosiert war.

Sollen Patienten, die kritische Medikamente einnehmen, vollständig auf Grapefruit(-saft) verzichten? Die Meinungen darüber gehen auseinander. Doch angesichts der Dosissteigerung, die teilweise noch viele Stunden nach dem Trinken eines einzigen Glases Grapefruitsaft festgestellt wird, spricht vieles dafür.

Das setzt allerdings voraus, dass Ärzte an diese Gefahr denken und dass sie ihre Patienten besser darüber aufklären. Denn aus den schweren Zwischenfällen lässt sich auch dies lernen: Das Problem ist zwar altbekannt, allbekannt ist es deswegen noch nicht.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Grapefruit: Saft mit Wechselwirkung

Mehr zum Thema

Colitis ulcerosa

Ozanimod als Arznei bei Colitis ulcerosa in Sicht

6. November

Aktionstag klärt auf: Krank durch Ernährung?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lange wurden Jugendliche nur als Zielgruppe für Corona-Impfungen wahrgenommen, nicht aber als Pandemieopfer. Das sorgt jetzt für volle Wartezimmer bei Therapeuten.

© Frank Hoermann / SvenSimon / picture alliance

Zi-Trendreport

Corona wirkt weiter auf Fallzahlen

Bei der Knie-Totalendoprothese gibt es einiges zu beachten, mahnt ein Orthopäde.

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Appell des BVOU

Mehr Zurückhaltung bei der Indikation zu Knieendoprothesen!

Eher unbegründete Ängste und Unsicherheiten sollten nicht dazu führen, dass notwendige Impfungen bei Kindernoder Erwachsenen unterlassen werden.

© Mareen Fischinger / Westend61 / picture alliance

Kollegenratschlag

So impfen Ärzte bei Dermatosen richtig