Weil Kassen nicht zahlen, machen Eltern in Praxen ihrem Ärger Luft

NEU-ISENBURG (fuh/eis). Kinder- und Hausärzte sehen sich dem Druck verärgerter Eltern ausgesetzt. Der Grund: die Spitzenverbände der Kassen stemmen sich gegen eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) und lehnen eine generelle Windpocken-Impfung ab.

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Erziehungsberechtigte machen ihrem Unmut in Praxen Luft, weil viele Kassen die Impfung - bei der Kosten von rund 55 Euro entstehen - nicht bezahlen. Die Situation ist völlig unbefriedigend," sagt die Münchner Kinderärztin Dr. Ursula Lindlbauer-Eisenach. Inzwischen wird die Impfung nach den neuen STIKO-Kriterien zwar zum Beispiel in Nordrhein bezahlt, weil es dort eine Kassen-Vereinbarung gibt. In vielen anderen Ländern aber bleibt es bei der Verweigerungshaltung.

Unübersichtlich wird die Erstattungssituation auch deshalb, weil einzelne Krankenkassen, wie etwa die Deutsche BKK, die Kosten der Immunisierung unabhängig von Länderregelungen grundsätzlich bezahlen.

Nach den im Juli erweiterten Empfehlungen der STIKO sollen alle Kleinkinder gegen Windpocken geimpft werden. Jugendlichen, die die Krankheit nicht durchgemacht haben, wird geraten, sich bis zum 18. Lebensjahr immunisieren zu lassen.

Die Spitzenverbände haben diese Empfehlung auch deshalb abgelehnt, weil ihrer Ansicht nach eine unbedingt notwendige hohe Durchimpfungsrate nicht erreicht werden kann.

Daß aber gerade die Kostenerstattung wichtig für hohe Impfraten ist, hat der STIKO-Vorsitzende Professor Heinz-Josef Schmitt betont. Sein Hauptargument für die Impfung: Es gibt allein 750 000 Windpocken-Kranke in Deutschland pro Jahr.

Lesen Sie dazu auch das Interview: 750 000 Windpocken-Kranke pro Jahr sind ein guter Grund für eine Impfempfehlung

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