Intensives Monitoring

Wer holtert, findet öfter Vorhofflimmern

Wer nach einem Schlaganfall möglichst sicher Vorhofflimmern entdecken will, benutzt ein diagnostisches Implantat. Auch bei intensivem Holter-Monitoring steigt die Detektionsquote deutlich.

Veröffentlicht: 11.05.2016, 09:03 Uhr

LOS ANGELES. Es gilt mittlerweile als belegt, dass bei Patienten mit einem "kryptogenen", das heißt mit Standarddiagnostik inklusive 24-Stunden-EKGs nicht eindeutig zuzuordnendem Schlaganfall, oft Vorhofflimmern als mögliche Ursache des Schlaganfalls detektiert werden kann, wenn intensiv genug danach gesucht wird.

Die bei der internationalen Schlaganfallkonferenz in Los Angeles vorgestellte FIND-AF-Studie zeigt, dass auch ein sehr intensives Holter-Monitoring zu Detektionsraten führt, die denen der Implantate ähneln. Dafür muss allerdings schon Aufwand betrieben werden.

In der Studie, die Studienleiter Professor Rolf Wachter, Universitätsmedizin Göttingen, präsentierte, wurden 398 Patienten mit Schlaganfall unklarer Genese entweder konventionell abgeklärt (inklusive eines 24-Stunden-EKGs bei 75 Prozent der Patienten) oder für jeweils dreimal zehn Tage mit einem Langzeit-EKG ausgestattet, und zwar direkt nach dem Ereignis sowie nach drei und sechs Monaten. Zum Einsatz kam ein CardioMem 3000-Gerät des Herstellers getemed. Die Finanzierung der Studie erfolgte über Fördermittel von Boehringer Ingelheim.

Das Ergebnis ist relativ deutlich und bewegt sich in der Größenordnung, über die auch in Implantatstudien berichtet wurde: Innerhalb von sechs Monaten wurden bei 13,5 Prozent der intensiv überwachten Patienten Vorhofflimmerepisoden detektiert, bei 4,5 Prozent in der Kontrollgruppe(p = 0,002).

Nach zwölf Monaten hatten 13,5 Prozent der Patienten in der anfangs intensiv überwachten Gruppe, aber nur 6,1 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe ein Vorhofflimmern in der Diagnoseliste. Daraus errechneten die Forscher um Wachter eine auf ein Jahr standardisierte Number-Needed-to-Screen von 13 für Intensivüberwachung im Vergleich zu Standardvorgehen.

Eine signifikante Verringerung von Rezidivereignissen war bei einer Studie dieser Größe und Länge nicht zu erwarten. Zumindest numerisch war der Anteil an Rezidivschlaganfällen in der Interventionsgruppe mit 2,5 Prozent aber geringer als in der Kontrollgruppe, wo die Quote bei 4,5 Prozent lag.

Dies ging einher mit einer signifikant höheren Rate an Patienten mit Antikoagulation: 12 Monate nach dem Schlaganfall waren 15,1 Prozent der intensiv überwachten Patienten antikoaguliert, aber nur 6,0 Prozent der konventionell überwachten. (gvg)

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