Coronavirus

Bayern will Reiserückkehrer doppelt testen

Mit einer Aufstockung der Teststationen und Doppeltestungen für Urlaubsrückkehrer will Bayern den Infektionsschutz erhöhen. Bis Ende August sollen über 200.000 Tests pro Tag vorgenommen werden können.

Von Birgit Fenzel Veröffentlicht: 11.08.2020, 12:31 Uhr
Kündigten eine neue Teststrategie für Reiserückkehrer an: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU).

Kündigten eine neue Teststrategie für Reiserückkehrer an: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU).

© Nicolas Armer / dpa / picture alliance

Nürnberg. Die bayerische Landesregierung hat sich darauf verständigt, bei der Test-Strategie auf COVID-19 nachzulegen. Zum Beispiel durch verpflichtende Doppeltests.

Dazu sollen rund 100 zusätzliche Abstrich-Stellen in den Landkreisen wieder reaktiviert oder neu eingerichtet werden, an denen sich Heimkehrer durch einen zweiten Test Gewissheit über eine mögliche Infektion mit COVID-19 verschaffen können.

Diese sei erst mit einen zweiten Test fünf bis sechs Tage nach der Rückkehr aus dem Urlaub gegeben, erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Vorstellung des neuen Konzepts.

Schneller zu Testergebnissen

Im Laufe der Woche sollen private Dienstleister die bestehenden Teststationen für Urlaubs-Rückkehrer an den Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen übernehmen – das war schon länger geplant, aber noch nicht erfolgt. Bis dato waren diese teilweise noch vom Bayerischen Roten Kreuz betrieben worden.

So will man auch das Problem langer Wartezeiten auf Testergebnisse in den Griff bekommen, das für viel Ärger und Verstimmung in der Bevölkerung gesorgt hatte. Das zumindest hofft die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), die wegen der teils langen Wartezeit auf ein Testergebnis in den vergangenen Tagen Kritik einstecken musste.

Immer wieder hatten Medien über teils erhebliche Verzögerungen bei der Übermittlung der Testergebnisse berichtet. In manchen Fällen habe es bis zu sieben Tage gedauert, bis der Bescheid beim Empfänger angekommen war. Auch von verschollenen Testergebnissen war die Rede.

Da nun die Testergebnisse digital übermittelt werden, werden die getesteten Personen schneller erfahren, ob sie sich mit COVID-19 infiziert haben, so Huml.

Positivrate in Bus und Bahn höher als im Flieger

Bisher hätten sich rund 60.000 Reiserückkehrer testen lassen. Nach Aussage der bayerischen Gesundheitsministerin sind 150 Proben positiv gewesen, wobei die Positivrate bei Bus und Bahn höher gelegen habe als bei Fluggästen.

Auch habe die Auswertung der ersten 14 Tage seit Betriebsaufnahme gezeigt, dass andere Bundesländer von dem kostenlosen bayerischen Testangebot an den Reiserouten durchaus profitieren.

„Nur 40 Prozent der getesteten Personen stammten aus Bayern“, so Huml. Der Rest sei auf Durchreise in andere Teile Deutschlands gewesen – was denn auch Ministerpräsident Söder dazu veranlasste, von den anderen Bundesländern zu fordern, ebenfalls an ihren Grenzen zum Ausland Teststationen einzurichten.

Was in anderen Bundesländern bereits geschieht, steht Bayern noch bevor: Urlaubsrückkehrer, die aus ihren Ferien möglicherweise eine COVID-19-Infektion mitbringen.

Telefone beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst laufen heiß

Unterdessen laufen seit der Einführung der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst die Telefonleitungen heiß. Deshalb hat der bayerische KV-Vorstand die Zuständigkeiten bei Anfragen zu Testergebnissen am Dienstag noch einmal klargestellt.

„Wir betreiben keine Teststationen und erhalten auch keine Ergebnisse der Labordiagnostik“, erklärten Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp als KVB-Vorstände in ihrer gemeinsamen Stellungnahme. Die KVB sei an den Teststationen an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnraststätten nur in der Form beteiligt, dass sie bei Bedarf Ärzte für die Durchführung der Abstrichentnahmen sowie Beratung vermitteln könne.

Daher könnten die Mitarbeiter der von der KVB betriebenen Rufnummer 116117 auch keine Auskünfte zu Testergebnissen von Reiserückkehrern geben. Diese seien über die Hotline des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter der Nummer 09131/6808 – 5101 zu erfahren.

Hausbesuche, wenn medizinisch notwendig, weiter möglich

Allerdings sei nach wie vor bei Patienten mit entsprechenden Symptomen und der medizinischen Notwendigkeit eines Hausbesuchs die Möglichkeit einer Corona-Testung im Rahmen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes gegeben. Ausschließlich in diesem Kontext werden die Patienten von der KVB – im Regelfall per SMS – über das Testergebnis informiert, sofern dieses negativ ausgefallen ist. Bei einem positiven Testergebnis setzt sich das regional zuständige Gesundheitsamt direkt mit dem Patienten in Verbindung und bespricht das weitere Vorgehen.

Laut KVB wurden seit Anfang April im Rahmen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bayern über 90.000 Abstrichentnahmen vorgenommen durchgeführt.

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