Baden-Württemberg

Beinprothesen-Register in Heidelberg soll Versorgungsqualität erheben

In der Versorgung von beinamputierten Menschen müssen verschiedene Sektoren zusammenarbeiten. In Baden-Württemberg werden nun im bundesweit ersten Beinprothesen-Register Versorgungsdaten erfasst.

Veröffentlicht:
Nach der Amputation steht den Betroffenen oft ein langwieriger Reha-Prozess bevor.

Nach der Amputation steht den Betroffenen oft ein langwieriger Reha-Prozess bevor.

© Choo / stock.adobe.com

Stuttgart/Heidelberg. Am Uniklinikum Heidelberg wird in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) das bundesweit erste Beinprothesen-Register etabliert.

Jährlich sind rund 55.000 Menschen in Deutschland von Amputationen der unteren Extremitäten betroffen. Bisher werden die Daten aus der zumeist lebenslangen orthopädietechnischen Versorgung, die oft von Physiotherapie begleitet wird, nicht systematisch erfasst.

Der oft langwierige Reha-Prozess dieser Patienten wird nicht selten durch Informationsverluste belastet – beim Übergang von stationärer zu ambulanter Versorgung oder von der Akutbehandlung zur Reha-Phase.

Das baden-württembergische Sozialministerium stellt 900.000 Euro für das Projekt „Aufbau eines Medizinischen Registers für die Behandlung und Versorgung von Menschen mit Beinamputation“ zur Verfügung. Das AMP-Register könne die Grundlage auch für ein bundesweites Register sein, so das Ministerium.

Zentrale Dokumentation durch alle Beteiligten

Das Vorhaben baut auf dem sogenannten AMP-Kompass auf, den das Land bereits finanziell unterstützt hat. Dabei handelt es sich um ein digitales Dokumentationswerkzeug, das es allen am Versorgungsprozess von beinamputierten Menschen beteiligten Berufsgruppen ermöglichen soll, medizinische Daten in das System einzupflegen. Dazu sollen auch Daten zur Therapie und zur orthopädietechnischen Versorgung gehören.

Erhoben werden sollen auch Daten zur Mobilität der Patienten. Dazu werden über mobile Sensoren Belastungsdaten an den Orthopädietechniker übermittelt – so soll untersucht werden, inwieweit das eingesetzte Hilfsmittel tatsächlich die gesellschaftliche Teilhabe des Betroffenen sicherstellt.

Mittelfristig soll es möglich sein, die Vernetzung zwischen ambulanten Leistungserbringern (Hausarzt, Physiotherapie, Orthopädietechnik) zu analysieren. Ziel ist es auch, die Versorgungssituation der Betroffenen im Sinne einer Nachbeobachtung zu erheben – wie es auch in der europäischen Medizinprodukte-Verordnung (MDR) vorgesehen ist. Die Mittel für die Förderung stammen aus dem Topf für „Digitalisierung in Medizin und Pflege“ des Sozialministeriums. (fst)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?