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Berliner Messegelände

Corona-Notfallklinik im Dornröschenschlaf

Im Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße auf dem Berliner Messegelände stehen knapp 500 Betten für den Bedarfsfall zur Verfügung. Die Notfallklinik befindet sich quasi im Stand-by-Modus, Pflegepersonal und Ärzte sind auf Abruf.

Madlen SchäferVon Madlen Schäfer Veröffentlicht:
Mitarbeiter gehen durch das Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße (CBZJ) auf dem Berliner Messegelände. Schulungen haben die potenziellen Mitarbeiter mit den Abläufen vertraut gemacht.

Mitarbeiter gehen durch das Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße (CBZJ) auf dem Berliner Messegelände. Schulungen haben die potenziellen Mitarbeiter mit den Abläufen vertraut gemacht.

© Kay Nietfeld/dpa

Berlin. Wenn die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt weiter steigen und künftig mehr Menschen aufgrund von COVID-19 stationär versorgt werden müssen, können Patienten im Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße (CBZJ) auf dem Messegelände versorgt werden. Aktuell stehen dort knapp 500 Betten für den Bedarfsfall zur Verfügung.

„Das CBZJ ist ein zusätzlicher Baustein zu den gut aufgestellten 50 Notfallkrankenhäusern im Rahmen des SAVE-Berlin@Covid 19 Konzeptes, in dem die Versorgung von Corona-Patientinnen und Patienten in Berlin geregelt ist“, sagt Caren Badtke von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“.

In Vorbereitung ist derzeit eine weitere Halle mit insgesamt 300 Betten. Am Standort Prenzlauer Berg gibt es zudem ein weiteres Corona-Behandlungszentrum mit 200 Betten.

Kernteam von rund 100 Mitarbeitern

Bis das Krankenhaus im Ernstfall zum Einsatz kommt, befindet es sich in einer Stand-by-Phase. Dies trifft ebenso auf die potenziellen Mitarbeiter des Behandlungszentrums zu. Denn auch Pflegepersonal und Ärzte sind quasi auf Abruf. „Für diesen Fall steht ein Kernteam von rund 100 freiwilligen Mitarbeitern aus den Vivantes-Kliniken zur Verfügung. Weitere 160 Mitarbeiter sind über sogenannte Abrufverträge an Vivantes gebunden.

Darüber hinaus gibt es einen Pool von knapp 200 externen Mitarbeitern, die bei einer Zuspitzung der Lage ebenfalls aktiviert und im CBZJ beschäftigt werden können“, sagt Badtke.

Im Einsatzfall sind für die Klinik Ärzte, Pflegekräfte sowie Unterstützer zum Beispiel Stationshilfen, Medizinstudierende oder Sanitäter vorgesehen. Der Großteil der Bewerber für diese Stellen sei berufstätig, einige Bewerber kommen aber aus dem Ruhestand.

Für das CBZJ werden weiterhin Mitarbeiter gesucht – vor allem als Ersatz für bereits beschäftigte Helfende, die aber aufgrund von Fluktuation nicht mehr zur Verfügung stehen können. „Gesucht werden insbesondere Pflegekräfte und Unterstützerinnen und Unterstützer, die für Pflegehilfsarbeiten und Logistik eingesetzt werden können“, sagt Badtke.

Corona-Klinik als Streitthema

Unter Berliner Politikern ist das Notfall-Krankenhaus zu einem Streitthema selbst unter Koalitionspartnern geworden. Denn in der Klinik wurde bisher kein Patient behandelt, dennoch wurde weiter ausgebaut.

„Das Geld gehört besser und sinnvoller in die bestehenden Häuser gesteckt, zum Beispiel, um Stationen so umzurüsten, dass sie jederzeit bei Bedarf in infektiologische Isolierstationen umgewandelt werden können“, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, der Arzt Dr. Wolfgang Albers (Linke), bereits im Sommer der „Ärzte Zeitung“.

Zentrum weiter im Stand-by-Modus

Trotz steigender Infektionszahlen befindet sich das Behandlungszentrum weiter im Stand-by-Modus. Für den Corona-Notfall-Einsatz wird aber bereits geprobt: Aktuell werden regelmäßig Schulungen veranstaltet. Auf diese Weise sollen die Mitarbeiter mit den Örtlichkeiten sowie den Abläufen vertraut gemacht werden.

„Initial haben alle Mitarbeitenden des Kernteams eine dreitägige Intensivschulung erhalten. Seither werden einmal pro Woche Auffrischungsschulungen mit 20 bis 40 Personen durchgeführt, bei denen auch die externen Mitarbeitenden in das Team integriert werden“, erklärt Badtke.

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