„Trendwende“

Erste Berliner Corona-Ampel steht auf Rot

Die Reproduktionszahl (R) in Berlin hat sich auf 1,95 erhöht. Somit steht einer der drei Indikatoren des Ampelsystems, das Handlungsbedarf für Corona-Maßnahmen anzeigt, auf Rot.

Von Madlen Schäfer Veröffentlicht: 03.06.2020, 12:01 Uhr
Erste Berliner Corona-Ampel steht auf Rot

Demo „Für die Kultur – Alle in einem Boot“ am Pfingstsonntag in Berlin. Am späten Nachmittag wurde die Demo aufgelöst. Nach Angaben der Polizei kamen zwischenzeitlich rund 300 bis 400 Boote zusammen.

© Vincent Bruckmann/dpa

Berlin. Der erste Indikator, der das Licht der sogenannten Corona-Ampel umschalten lässt, steht auf rot. Anhand von drei Indikatoren berät die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung wöchentlich über einen möglichen Handlungsbedarf. Reproduktionszahl (R-Wert), Inzidenz der Neuinfektionen pro Woche sowie der Anteil der für COVID-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen geben darüber Aufschluss. Mit einem R-Wert von 1,95 steht die erste Ampel nun auf Rot.

„Zwar ist die Reproduktionszahl Schwankungen ausgesetzt, aber auch die Zahl der Neuinfektionen nimmt zu, sodass man doch eine Trendwende erkennen muss“, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Wenn zwei der drei Ampeln auf Rot stehen, sei eine Umsetzung von Maßnahmen erforderlich. Die beiden anderen Indikatoren sind weiterhin im grünen Bereich (siehe nachfolgendes PDF).

Die Zahl der Neuinfektionen beträgt 5,1 pro 100.000 Einwohner, der Anteil der benötigten Plätze auf Intensivstationen für Corona-Patienten 3,3 Prozent.

Demonstration wurde zur Party

Am Pfingstsonntag war eine angemeldete Demo in der Hauptstadt zu einem Party-Auflauf mutiert. Bei der Boots-Demonstration „Für die Kultur – Alle in einem Boot“ waren mehrere Hunderte Boote auf dem Landwehrkanal unterwegs, Corona-Abstandsregeln konnten dabei nicht eingehalten werden.

Ich bin entsetzt über die Bilder vom Wochenende in Berlin.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD)

Die Gesundheitssenatorin übte scharfe Kritik an der Veranstaltung: „Ich bin entsetzt über die Bilder vom Wochenende in Berlin. Die Partyszene und die Clubs waren die Hotspots in Berlin zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus. Es war richtig und wichtig diese frühzeitig zu schließen, um die schnelle und unkontrollierte Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern.“

Sie zeige zwar Verständnis für die wirtschaftliche Lage von Clubs, dennoch sei das Verhalten vom Sonntag „grob fahrlässig“.

Kalayci appelliert an Berliner

Seit Dienstag gibt es weitere Lockerungen in Berlin für unter anderem Sportstätten, das Veranstaltungsgewerbe und die Gastwirtschaft.

„Riskieren wir nicht die erreichte Eindämmung des Virus, riskieren wir nicht aufs Gefährlichste unsere Gesundheit und letztlich unsere Freiheiten, halten wir uns alle an Abstands- und Hygieneregeln und tragen Mund-Nasen-Bedeckung“, appellierte Kalayci.

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