Schleswig-Holstein

Mobile Teams impfen sich durch den Norden

Schleswig Holsteins Gesundheitsminister Garg zieht ein positives Zwischenfazit: Mobile Corona-Impfteams erreichen im Norden viele Menschen, die ansonsten nur schwer ein Impfangebot erhalten würden.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
 Dr. Heiner Garg (FDP) und Janet Sönnichsen sowie Lea Otte stehen mit Masken und mit Abstand zueinander zusammen. Es geht um die Impfaktion gegen COVID-19, auch bekannt als Corona oder bezeichnet als SARS-CoV-2.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) informierte sich bei Rendsburgs Bürgermeisterin Janet Sönnichsen und Ärztin Lea Otte über die aufsuchende Impfaktion in Stadtteilen wie hier in Mastbrook.

© Dirk Schnack

Rendsburg. Mobile Impfteams suchen in diesen Wochen mehr als 50 Stadtteile in Schleswig-Holstein auf, um Menschen ein niedrigschwelliges Angebot zu machen. Zwei Wochen nach dem Start ist Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) begeistert von der Resonanz und der Arbeit der Teams. „Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir Impflücken schließen können“, sagte Garg bei einem Besuch eines mobilen Impfteams, das im Rendsburger Stadtteil Mastbrook im Einsatz ist.

Dort werden seit 19. Juni täglich rund 140 Menschen geimpft, die bislang noch keine Gelegenheit dazu hatten. Neben Menschen mit Migrationshintergrund, für die Sprachmittler im Einsatz sind, kommen etwa Menschen aus beengten Wohnverhältnissen oder – vor allem am Wochenende – Fernfahrer, die in der Woche keinen Termin vereinbaren konnten.

Rund 1000 Bürger nutzen Angebot

In Mastbrook leben rund 3300 Menschen, dies sind elf Prozent der Rendsburger. Am Ende des Einsatzes am 24. Juni werden insgesamt rund 1000 von ihnen dieses aufsuchende Angebot genutzt haben. Während des Ministerbesuchs wurde deutlich, wie viel entspannter Politiker, Helfer und Bevölkerung inzwischen mit der Gesamtsituation umgehen.

„Es ist ganz anders als im Februar und März“, sagte Garg, der auf inzwischen über 1,6 Millionen Schleswig-Holsteiner verwies, die ihre Erstimpfung schon erhalten haben. Der Impffortschritt führt dazu, dass Gargs Ministerium über weitere gezielte Aktionen nachdenkt, mit denen Impflücken geschlossen werden können. Die Aufklärung in Mastbrook übernimmt Ärztin Lea Otte, die auch schon im Januar in den Impfungen in Pflegeheimen im Einsatz war.

Immer noch große Freude über Impfung

Sie berichtet Garg, dass es – trotz der Gewöhnung und des zunehmenden Impffortschritts – noch immer viele Menschen gibt, die ihrer Freude über die Impfung gegenüber dem Team Ausdruck verleihen. Garg führt das auf die „vielen zugewandten Helfer“ zurück, die bei diesen Einsätzen vor Ort sind: In Rendsburg sind außer dem vierköpfigen Impfteam sieben städtische Mitarbeiter und zwei Johanniter dabei, um eine reibungslose Organisation zu gewährleisten.

Zufrieden mit der bisherigen Resonanz auf die landesweiten Einsätze ist auch der Städteverband Schleswig-Holstein, der die Impfaktion gemeinsam mit KV und Ministerium koordiniert. „Es kommen nicht nur genügend Menschen, sondern auch die aus der angestrebten Zielgruppe“, sagte der zuständige Dezernent beim Städteverband, Peter Krey.

Sicher war dies vorher nicht: Bei einer offenen Impfaktion einer Arztpraxis in Schacht-Audorf zu Pfingsten waren auch viele Menschen aus weit entfernten Orten gekommen. Dies wiederholt sich bei den Stadtteilimpfungen offenbar nicht. Sie sollen noch bis zum 14. Juli an wechselnden Standorten weitergeführt werden, auch in Rendsburg gibt es mit der Parksiedlung noch einen weiteren. Mitte Juli haben die mobilen Teams dann fünf Wochen ausschließlich Erstimpfungen absolviert, anschließend folgen weitere fünf Wochen mit den Zweitimpfungen. Garg plant bereits die nächsten Aktionen, mit denen Impflücken geschlossen werden sollen. Er strebt an, dass im Sommer möglichst alle Mitarbeiter aus Kitas, Schulen und Hochschulen ein Impfangebot erhalten – denn derzeit sind landesweit noch über eine Million Menschen ohne Impfung. Gargs Ziel: Eine Quote von über 70 Prozent.

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