COVID-19-Splitter

Sterberate bei COVID-19 deutlich gesunken

Der Anteil der Todesfälle unter schwerkranken Corona-Patienten geht stark zurück, berichten US-Forscher. Sie erklären dies mit vielen kleinen Fortschritten bei der Therapie. Ein Screening in Bayern zeigt eine deutlich höhere Infektionsrate bei Kindern.

Von Anne BäurleAnne Bäurle und Wolfgang GeisselWolfgang Geissel und Marco MrusekMarco Mrusek und Denis NößlerDenis Nößler Veröffentlicht: 30.10.2020, 15:55 Uhr
Mechanische Beatmung: Seit März haben Ärzte bei der Behandlung von Patienten mit COVID-19 viel gelernt.

Mechanische Beatmung: Seit März haben Ärzte bei der Behandlung von Patienten mit COVID-19 viel gelernt.

© patrikslezak / stock.adobe.com

Update vom 30. Oktober

Die Sterberate bei schweren Verläufen von COVID-19 geht deutlich zurück, berichten Forscherteams aus den USA und England. Im Großraum New York etwa zeigt das eine Analyse des Krankenversicherers „NYU Langone Health“. Ausgewertet wurden Daten von über 5000 stationär behandelten Patienten an drei Kliniken. Waren im März noch 25,6 Prozent der Patienten gestorben, waren es im August nur noch 7,6 Prozent. Der Rückgang geht durch alle Altersgruppen. Zu den Gründen dafür wird Studienautorin Dr. Leora Horwitz in der „New York Times“ zitiert: „Wir haben kein Wundermittel, aber viele, viele kleine Verbesserung addieren sich in ihrer Wirkung. Wir wissen besser, welche Patienten eine mechanische Beatmung brauchen und nach welchen möglichen Komplikationen wir schauen müssen, etwa Thrombosen oder Nierenversagen. Wir haben gelernt, wie wir die Sauerstoffsättigung überwachen müssen, so das wir Patienten zum Beispiel rechtzeitig in die Klinik einweisen können. Und wir verstehen, dass Steroide helfen können und möglicherweise auch andere Medikamente (J Hosp Med. 2020; online 23. Oktober).

Von 12.000 Blutproben von Kindern und Jugendlichen in Bayern waren 0,87 Prozent zwischen April und Juli positiv für Antikörper gegen SARS-CoV-2, berichtet das Helmholz-Zentrum München. Das waren sechsmal mehr, als in einer Studie des Landesamts für Gesundheit. Dies deute auf eine höhere Übertragungsrate hin als in bisherigen Studien beschrieben, so das Zentrum in einer Mitteilung. Die Tests waren zusätzlich beim Screening der Kinder auf Frühformen des Typ-1-Diabetes im Rahmen des Fr1da-Projekts vorgenommen worden. Die Routineuntersuchung auf Diabetes-Antikörper ergab keine Assoziation von Diabetes und Corona-Infektion. Das Zentrum hat dabei einen neuen, zweistufigen Test-Ansatz auf SARS-CoV-2-Infektion mit hoher Spezifität verwendet: Dabei gilt das Ergebnis erst dann als positiv, wenn es Antikörper sowohl gegen die Rezeptor-Bindungsdomäne als auch gegen Nukleokapsid-Proteine gibt (Med J 2020; online 28. Oktober).

Update vom 29. Oktober

Einige schwerkranke COVID-19-Patienten bilden offenbar autoreaktive Antikörper gegen diverse körpereigene Proteine, darunter Typ-1-Interferone und Phospholipide. Dies könnte bei Überlebenden zu Autoimmunerkrankungen ähnlich der Rheumatoiden Arthritis (RA) oder dem systemischen Lupus Erythematodes führen. Forschern um Dr. Matthew C. Woodruff und Dr. Richard P. Ramonell von der Emory School of Medicine zufolge sind die Autoantikörper vermutlich eine Folge der überschießenden Immunreaktion, denn auch von anderen viralen Erkrankungen ist bekannt, dass sie deren Bildung triggern können. Das Team analysierte in einer kleinen, bisher noch nicht publizierten Studie die Daten von 52 COVID-19-Patienten im kritischen Zustand ohne zuvor bekannte Autoimmunität. Bei 44 Prozent von ihnen wurden unter anderem hohe Konzentrationen von Antinukleären Antikörpern (ANA) nachgewiesen (Titer 1:80), die hauptsächlich gegen Bestandteile des Zellkerns gerichtet sind. Rheumafaktoren wurden bei zehn Patienten detektiert. Möglicherweise könnten Therapeutika, die etwa bei RA eingesetzt werden, auch bei diesen Patienten eine Therapieoption sein, hoffen die Forscher (Preprint MedRxiv, online 28. Oktober).

Auch Hautmanifestationen bei COVID-19 können noch lange nach Genesung bestehen bleiben, berichten Dermatologen beim 29. Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology. Die Forscher um Letztautorin Dr. Esther Freeman vom Massachusetts General Hospital analysierte die Daten von rund 1000 Corona-Patienten aus 39 Ländern, die von Symptomen wie Urtikaria, Frostbeulen-ähnlichen Hautveränderungen oder papulosquamösen Eruptionen berichteten. Im Schnitt hielten die Symptome zwölf Tage an, gerade bei Patienten mit Frostbeulen-ähnlichen Hautmanifestationen können die Symptome allerdings wohl über einen langen Zeitraum bestehen bleiben: So berichtete ein Patient auch 130 Tage nach seiner Genesung noch von dem Symptom (Mitteilung der European Academy of Dermatology and Venereology; online 29. Oktober).

Update vom 28. Oktober

Coronaviren sind anscheinend Meister der Mimikry. Sie tarnen sich, wie viele andere Viren auch, mit Oberflächenmolekülen, die Proteinen des menschlichen Körpers ähneln und daher vom Immunsystem nicht erkannt werden. Über 150 solcher Mimikry-Moleküle haben Forscher nun bei Coronaviren entdeckt, darunter auch solche, die Proteinen des Komplementsystems und koagulativ wirkenden Proteinen nachempfunden sind. Die Forscher vermuten, dass diese das Immunsystem in einen hyperaktiven Zustand versetzen und die typische COVID-19-Pathologie bei schweren Verläufen hervorrufen können. Die Strategie der Mimikry verfolgen Coronaviren offenbar stärker als andere Viren. In ihrem relativ kleinen einzelsträngigen RNA-Genom ist die Bauanleitung für eben jene nun gefundenen rund 150 Mimikry-Moleküle kodiert, andere Viren, etwa das Herpesvirus mit seinem doppelsträngigen DNA-Genom, haben Codes für deutlich weniger solcher Proteine, schreiben die Forscher um Dr. Gorka Lasso vom Columbia University Medical Center in New York (Cell Systems 2020; online 13. Oktober)

Update vom 27. Oktober

Nicht nur Antikörper von Rekonvaleszenten, auch deren T-Zellen könnten eine Option sein, um schwere COVID-19-Verläufe bei vulnerablen Patienten zu verhindern. Forscher aus den USA haben T-Zellen von 46 rekonvaleszenten COVID-19-Patienten im Labor vermehrt und festgestellt, dass einige von ihnen SARS-CoV-2 gezielt inaktivieren können. T-Zellen als Teil der Immunantwort auf SARS-CoV-2 sind jüngst in den Fokus geraten, da die Antikörper bei einigen COVID-19-Patienten nach Genesung relativ schnell wieder abnehmen. Künftig könnten die T-Zellen etwa Krebspatienten oder Immunsupprimierten verabreicht werden, um eine Infektion und schwere Verläufe zu verhindern, hoffen Dr. Michael Keller vom Children‘s National Hospital in Washington und seine Kollegen. Die meisten der T-Zellen waren gegen eine hochkonservierte Region im C-Terminus des Membranproteins gerichtet, was einen weiteren Ansatzpunkt neben dem viralen Spike-Protein für Impfstoffe sein könnte, schreiben die Wissenschaftler (Blood 2020; online 26. Oktober).

Deutsche Forscher haben einen Score entwickelt, um das Risiko eines Arbeitnehmers für einen schweren COVID-19-Verlauf abschätzen zu können. Einbezogen werden in den IKKA-Score die Faktoren Immunsuppression (I), Krankheitsschwere bestehender Vorerkrankungen (K), Komorbiditäten/Risikofaktoren gemäß RKI (K) und Alter (A). In diesen Kategorien werden Punktwerte je nach Ausmaß der Risikofaktoren vergeben. Das Verfahren dient als eine konkrete Entscheidungshilfe, ob und wenn ja, welche beruflichen Einsatzmöglichkeiten bestehen. Mit dem Score kann ein Abgleich mit der sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergebenden individuellen Infektionsgefährdung der Beschäftigten erfolgen und eine risikoadaptierte Einsatzmöglichkeit für besonders gefährdete Arbeitnehmer gesucht werden, heißt es in einer Mitteilung der DGAUM (ASU Zeitschrift für medizinische Prävention 2020; online 20. Oktober).

Update vom 26. Oktober

Die Betreuung kleiner Kinder birgt offenbar kein erhöhtes Risiko für eine Corona-Infektion. In einer Fall-Kontrollstudie mit 57.000 Erziehenden aus 28 US-Staaten wurde untersucht, ob Mitarbeiter, die während der ersten drei Monate der Pandemie weiter in der Betreuungseinrichtung arbeiteten, sich häufiger mit SARS-CoV-2 infizierten als Mitarbeiter, deren Einrichtung geschlossen wurde. Ergebnis: Weder in der Zahl der Infektionen noch der Zahl der Hospitalisierungen aufgrund von COVID-19 unterschieden sich beide Gruppen signifikant, berichten Forscher um Dr. Walter Gilliam von der Yale School of Medicine in New Haven. In über 90 Prozent der Betreuungseinrichtungen mussten sich sowohl Kinder als auch die Mitarbeiter täglich die Hände waschen und die Oberflächen wurden mehrmals täglich desinfiziert. In mehr als jeder dritten Einrichtung trugen die Betreuenden einen Mund-Nasen-Schutz. Insgesamt lag die Zahl der positiv getesteten oder wegen COVID-19 hospitalisierten Erziehenden bei 427 (0,7 Prozent) (Pediatrics 2020; preprint 16. Oktober).

Liebe Leser, wir fassen die Corona-Studienlage nun wöchentlich zusammen. Eine Übersicht mit allen bereits veröffentlichten COVID-19-Splittern der vergangenen Wochen und Monate finden Sie hier.

Die Studien aus der KW 43
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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Peter Schimmelpfennig

Das "noch Wochen nach der Erkrankung bestehende Abgeschlagenheitsgefühl" als Fatigue-Syndrom zu bezeichnen ist weit hergeholt. Abgeschlagenheitsgefühl nach einem Virusinfekt ist mit Sicherheit nicht CoVid19-spezifisch. Der Begriff Fatigue-Syndrom sollte aus meiner Sicht für chronischere Verläufe reserviert bleiben.

Dr. Thomas Georg Schätzler

ANMERKUNGEN ZUR ÄZ-BERICHTERSTATTUNG:

"Auch bei Ärzten und Pflegepersonal gehen die Antikörpertiter gegen das Coronavirus schnell zurück, berichten Experten von den US-Centers for Disease Control (CDC) in Atlanta. Die Forscher haben in einer Studie am Vanderbilt University Medical Center 249 medizinisch Beschäftigte mehrfach mit einem ELISA auf Antikörper getestet. Bei den ersten Tests Anfang April waren 19 der Mitarbeiter seropositiv. Nach 60 Tagen waren 11 davon wieder seronegativ. Die Rate der Seropositiven ging somit insgesamt von initial 7,6 Prozent auf 3,2 Prozent zurück. Die meisten initial positiv Getesteten waren asymptomatisch: Konkret waren das sechs der acht Teilnehmer, die seropositiv blieben, sowie fünf der elf Teilnehmer, die seronegativ wurden."

Eine infektiologische Binsenweisheit ist, dass wie bei fast allen Viruserkrankungen asymptomstisch infizierte Virusträger/wegen geringerer Viruslast gar nicht symptomatisch Erkrankte eine deutlich geringere Immunitätsreaktion aufweisen, als die z. T. schwer symptomatisch Erkrankten.

"Change in Antibodies to SARS-CoV-2 Over 60 Days Among Health Care Personnel in Nashville, Tennessee" von M. M. Patel et al.
JAMA. Published online September 17, 2020. doi:10.1001/jama.2020.18796
berücksichtigt wissenschaftlich irreführend und grob fahrlässig nur die bei fast allen Virusinfektionen kürzer andauernde humorale Immunglobulin-vermittelte Immunität und n i c h t die wesentlich länger andauernde T-Zell-vermittelte Immunität.

Es ist mir persönlich erneut unbegreiflich, wie ein derart vorwissenschaftlicher, unter dem Niveu von Biologie-Leistungskursen liegender "Fach"-Aufsatz im renommierten Journal of the American Medical Association (JAMA) offensichtlich ohne Peer-Review Verfahren erscheinen kann!

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)


PS.: Wie können diese illustren Autoren denn nur vergessen haben, das medizinische Personal auf mögliche Re-Infektionen mit denselben SARS-CoV-2-Viren bzw. -Mutationen zu testen?

Dr. Horst Grünwoldt

Infektiologisch empfehle ich zur Verifikation von pseudoepidemischen Statistiken, R-Faktorbestimmungen und "Kurven"-Verläufen:
1. Als "Neuinfektion" werden strenggenommen i.S. des Wortes, alleine positive SARS-CoV2-Abstrichnachweise bezeichnet und gelistet, wenn sie beim Probanten zuvor "negativ" waren! Ansonsten kann es sich ja auch um eine noch nicht erkannte "latente Infektion"/ besser "Kontamination" handeln.
2. Wenn der SARS-CoV2 Nasen- oder Rachenabstrich "positiv" ist, und dabei der Probant keine Covid 19- Krankheits-Symptome klinisch aufweist, wird anti-alarmistisch nur von einer Antigen/Virus-"Kontamination" gesprochen!
3. Eine hypothetisch ansteckende "Viruslast" kann nämlich erst entstehen und nachgewiesen werden, wenn als Ergebnis der fehlgeleiteten, intrazellulären "Virus" Protein-Synthese hinreichend Atemwegs-Zelluntergang mit deutlichen Krankheitssymptomen (Dauer-Rhinitis oder -pharingitis mit anhaltenden Hustenstößen), und damit extrazellulären Freisetzung der vermeintlich infektiösen RNS-Nanozellpartikel erfolgt, so daß man von manifester, ansteckungsfähiger "Infektion" sprechen kann!
Solange die Pan-Virologen (griech./lat. "Weltgiftgelehrten) ihren leblosen, primitiven Zellpartikeln mystische Eigenschaften und Fähigkeiten wie "ausbrechen" und "überspringen" andichten, und diese im Epidemos verbal verbreiten, wird "Corona" als "unsichtbarer Feind" zur verheerenden Psychoseuche weiter global existieren! Recipe finem!!
Alle seriösen Hygieniker (Söhne und Töchter der Göttin Hygieia) sollten sich nochmals das Gespenster-Movie "Outbreak" und die Doku (?) "Das Imperium der Viren" (ARD/Arte von 2009) über das SARS1-Geschehen aus 2003 mit den Hauptakteuren Drosten, Osterhaus u.a. ansehen, und vor allem deren Wortlaut anhören und die Gestik beobachten... Darin spricht auch der spätere dt. Chefvirologe mit dem wilden gegelten Virusfängerhaar von "die Lunge attackierenden, neuen Viren", und Herr Kekule´von den "im Tropenwald lauernden Erregern"!!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (Hygieniker)/ Rostock

Dr. Thomas Georg Schätzler

COVID-19/Influenza - US-Klinikeinweisungen bei Kindern angeblich gleich? Schon wieder eine wissenschaftlich unhaltbare, pseudologische Studie im JAMA

"Comparison of Clinical Features of COVID-19 vs Seasonal Influenza A and B in US Children" von Xiaoyan Song et al. in JAMA Netw Open. 2020;3(9):e2020495. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.20495 ist als retrospektive Kohortenstudie völlig ungeeignet.
1. Unterschiedliche Untersuchungszeiträume und Fallzahlen: "315 patients diagnosed with COVID-19" und "1.402 patients diagnosed with seasonal influenza" wurden von "March 25 and May 15, 2020" bzw. Von "October 1, 2019, and June 6, 2020" am nationalen Kinderkrankenhaus in Columbia/USA untersucht.
2. Die Autoren unterschlagen die in den USA bei bestätigten Influenza-Fällen auch und besonders bei Kindern üblichen, kausalen Therapieoptionen mit Neuraminidase-Inhibitoren.
3. Sie haben lediglich "Rates of hospitalization", "intensive care unit"-Behandlungen, Beatmungspflichtigkeit ["mechanical ventilator use"] und die Assoziation zwischen zugrundeliegenden medizinischen Bedingungen, klinischen Symptomen und deren Assoziationen bei "COVID-19 vs. seasonal influenza' berücksichtigt.
4. Die Behauptung, Differenzen der Hospitalisationsraten ["hospitalization rate (54 [17%] vs 291 [21%]"] seien nicht signifikant und vernachlässigbar, entbehren jeder Grundlage, weil sowohl Beobachtungsdauer als auch Influenza Vergleichsgruppe fast 5 x so groß waren.
5. Die schwerere COVID-19-Symptomatik ["More patients hospitalized with COVID-19...reported fever (41 [76%] vs 159 [55%], diarrhea or vomiting (14 [26%] vs 36 [12%], headache (6 [11%] vs 9 [3%], body ache or myalgia (12 [22%] vs 20 [7%], and chest pain (6 [11%] vs 9 [3%]" (alles signifikant) beleuchtet die wissenschaftliche Schlampigkeit der Autoren.

Man wollte mit aller Gewalt COVID-19 Risiken bei Kindern verniedlichen und mit Influenza gleichsetzen.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)

Dr. Thomas Georg Schätzler

Zu: "Aktuelle Corona-Studien: Viele Kinder werden über Wochen nicht virusfrei"
"Contact Tracing during Coronavirus Disease Outbreak, South Korea, 2020" von Young Joon Park et al.
https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/10/20-1315_article
bedeutet in Zusammenfassung
"Abstract - We analyzed reports for 59,073 contacts of 5,706 coronavirus disease (COVID-19) index patients reported in South Korea during January 20–March 27, 2020. Of 10,592 household contacts, 11.8% had COVID-19. Of 48,481 nonhousehold contacts, 1.9% had COVID-19. Use of personal protective measures and social distancing reduces the likelihood of transmission", dass Schulschließungs-bedingter, nahezu 24-stündiger Aufenthalt mit Zusammensein im Haushalt besonders in der Altersgruppe der Zehn- bis Neunzehn-Jährigen für Infektiosität und Verbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19-Erkrankungen den höchsten Risikofaktor darstellt.
"Das Alter der Index-Patienten hatte einen deutlichen Einfluss auf das Infektionsrisiko. Die höchste Inzidenz wurde mit 18,6 % in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen gefunden. Es folgen mit 18,0 % die 70- bis 79-Jährigen vor den 60- bis 69-Jährigen mit 17,0 %. Am niedrigsten war die Infektiosität bei den unter 10-Jährigen. Hier wurden nur 5,3 % der Angehörigen positiv getestet. Unter den Nichthaushaltskontakten lag die Infektiosität in dieser Altersgruppe nur bei 0,9 %. Sie war damit niedriger als bei den 70- bis 79-Jährigen."
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114850/Kinder-im-Schulalter-uebertragen-SARS-CoV-2-im-Haushalt-haeufiger
Dass Nicht-Haushaltskontakte im Durchschnitt mit nur 1,9% eine deutlich niedrigere CORONA-Infektiosität als Haushaltskontakte mit 11,8% aufweisen, liegt nicht nur in Südkorea an dem im Gegensatz zu innerfamiliären Kontakten eher distanzierten und zeitlich reduzierten sozialen Miteinander in Arbeitswelt, sozialem Umfeld bzw. Geschäfts- und Warenwelt. Hinzutreten "social distancing", Mund-Nasen-Schutz (MNS), "Home Office", Hygienemaßnahmen und eher nur Kurzkontakte im öffentlichen Raum.

Gerhard Leinz antwortete am

Für jüngere so gefährlich wie Grippe, das aus berufenem Munde: Herr Drosten im Postcast von 29.9. laut Stern.de.
Ich als Risikopatient (64, + Risikofaktoren) kann eigentlich nur hoffen, das die Poltitik in Zukunft den Schwerpunkt auf den Schutze bei für/Risikopatienten setzt und dafür das Bewusstsein schärft. Also: Nach einem Klub-Besuch niemals zu Oma und Opa! Für mich wäre eine schnelle Durchseuchung der Jungen durchaus wünschenswert und ist wohl nicht außergewöhnlich riskant (vergl. m. d. Grippe siehe oben). Auch bei Grippe wird es üble Verläufe bei jüngeren geben. Über die wird nicht berichtet.

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