Corona-Studien-Splitter

Hirnvenenthrombosen: Risiko nach Infektion deutlich größer als nach Impfung

Bei COVID-19 eine Hirnvenenthrombose zu bekommen, ist ungleich wahrscheinlicher als nach Corona-Impfung. Zudem sind junge Menschen nach überstandener COVID-19 nicht vollständig vor erneuter Infektion geschützt. Um Reinfektionen zu vermeiden und die Transmission zu verringern, sollten unbedingt auch junge Menschen geimpft werden, empfehlen US-Forscher.

Von Anne BäurleAnne Bäurle und Wolfgang GeisselWolfgang Geissel und Marco MrusekMarco Mrusek Veröffentlicht:
Hirnvenenthrombose: Das Risiko, daran zu erkranken, ist in den ersten zwei Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 laut einer Studie etwa 100-mal so hoch wie in der gesunden Allgemeinbevölkerung.

Das Risiko, an einer Hirnvenenthrombose zu erkranken, ist in den ersten zwei Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 laut einer Studie etwa 100-mal so hoch wie in der gesunden Allgemeinbevölkerung.

© Matthieu / stock.adobe.com

Update vom 16. April

Das Risiko für Hirnvenenthrombosen ist bei COVID-19 größer als nach einer Corona-Impfung. Das ist das Ergebnis einer noch nicht veröffentlichten retrospektiven Kohortenstudie von Wissenschaftlern der Universität von Oxford. Die Forscher haben Daten von 513.284 Patienten mit bestätigter COVID-19 ausgewertet sowie von 489.871 Personen, die mit einer mRNA-Vakzine gegen COVID-19 geimpft worden waren. Ergebnis: Das Risiko, an einer Hirnvenenthrombose zu erkranken, ist in den ersten zwei Wochen nach einer COVID-19-Diagnose etwa zehnmal so hoch wie nach der ersten Dosis einer Impfung mit den mRNA-Vakzinen von BioNTech oder Moderna und etwa 100-mal so hoch wie in der gesunden Allgemeinbevölkerung. Die Forscher geben die Inzidenzen der Hirnvenenthrombose wie folgt an: 39 pro eine Million COVID-19-Patienten, darunter 30 Prozent bei Unter-30-Jährigen; vier pro eine Million Impflingen mit mRNA-Vakzine sowie nach Daten aus dem jüngsten EMA-Bericht fünf pro eine Million Impflinge mit dem AstraZeneca-Impfstoff Vaxzevria® (Pre-Print-Studie auf OSF; veröffentlicht am 15. April).

Vorangegangene COVID-19-Infektionen schützen junge Menschen nicht vollständig vor einer erneuten Infektion. Das belegt jetzt eine Beobachtungsstudie mit Mitgliedern (18-20 Jahre alt) des US Marines Corps. Von den 2346 Marines, deren Daten ausgewertet wurden, waren zu Beginn der Studie 189 seropositiv und 2247 seronegativ. Insgesamt infizierten sich während der Studie 1098 Teilnehmende (45 Prozent) neu. Unter den seropositiven Marines wurden 19 (10 Prozent) positiv auf eine zweite Infektion getestet, von den seronegativen wurden 1079 (48 Prozent) neu infiziert. Die meisten der Neu-Infizierten waren asymptomatisch – 84 Prozent (16 von 19) in der seropositiven Gruppe versus 68 Prozent (732 von 1079) in der seronegativen Gruppe – oder hatten milde Symptome, niemand musste ins Krankenhaus.

Das Fazit der Autoren: Trotz früherer Infektionen und des Vorhandenseins von Antikörpern sei immer noch eine Impfung erforderlich, um die Immunantwort zu stärken, eine erneute Infektion zu verhindern und um eine Übertragung zu verringern (Lancet Respiratory Medicine, online 15. April). (otc)

Update vom 15. April

Die Konzentration neutralisierender Antikörper gegen SARS-CoV-2 nimmt nach vier bis fünf Monaten nach einer Infektion bereits deutlich ab. Das bestätigt die weiterhin laufende Rheinland-Studie. In der bevölkerungsbezogenen Erhebung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Raum Bonn wurden rund 5300 Teilnehmer auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht, bei 82 Personen wurden im ELISA-Test Antikörper gegen SARS-CoV-2 festgestellt, 17 von ihnen hatten neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2 gebildet. Die Mehrheit der Corona-positiv getesteten Teilnehmer berichtete von zuvor nur milden oder keinen Symptomen. Die Konzentration der neutralisierenden Antikörper wurde nach vier bis fünf Monaten erneut analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass bei den meisten Teilnehmern der Antikörper-Spiegel gesunken war; bei vier Personen konnten sogar keine neutralisierenden Antikörper mehr nachgewiesen werden. Aus den Studiendaten lasse sich aber nicht ableiten, inwieweit die Abnahme der Antikörper die Immunantwort beeinflusst, wird Erstautor Dr. Ahmad Aziz vom DZNE in einer Mitteilung des Zentrums zitiert. Das Immunsystem hat bekanntlich weitere Möglichkeiten, Krankheitserreger abzuwehren. So deuteten andere Studien darauf hin, dass die zelluläre Immunantwort trotz fallender Antikörper-Spiegel weiterhin Bestand haben kann (Nature Comm 2021; online 9. April). (otc)

Update vom 14. April

Homeoffice, Homeschooling, weniger soziale Kontakte. Das übersetzt sich offenbar nicht in eine höhere Suizidrate. Ganz im Gegenteil, es begehen sogar weniger Menschen Suizid als in anderen Jahren. Das ist das Ergebnis einer globalen Analyse, für die Forscher von der Universität in Melbourne Angaben zu Suiziden aus 21 Industrie- und Schwellenländern untersucht haben. Vertreten waren 16 Länder mit hohem und fünf mit mittlerem Einkommen. Deutschland ist mit den Regionen Köln/Leverkusen, Frankfurt am Main und Leipzig vertreten. Trotz aller Schwierigkeiten durch die Pandemie kam es in den Industrie- und Schwellenländern zunächst zu keinem Anstieg der Suizidrate. Beobachtet wurde eher das Gegenteil: In der Hälfte der untersuchten Länder ist die Suizidrate zwischen April und Juli 2020 im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Experten gehen davon aus, dass etwa staatliche Nothilfen die schlimmsten wirtschaftlichen Auswirkungen abgefedert haben. Die Studienautoren warnen aber vor verfrühten Schlussfolgerungen: Zum einen bezieht sich ihre Analyse nur auf die ersten Pandemiemonate. Zum anderen gebe es Hinweise, nach denen in ärmeren Ländern die Suizidrate deutlich gestiegen ist (Lancet Psychiatry 2021; online 13. April). (mut)

SARS-CoV-2-spezifische Antikörper haben israelische Forscher in der Muttermilch von stillenden Frauen nach COVID-19-Impfung nachgewiesen. Untersucht wurde die Muttermilch von 84 Frauen im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie. Die Frauen waren im Mittel 34 Jahre und die Kinder 10,3 Monate alt. Alle Studienteilnehmerinnen erhielten zwei Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs Comirnaty® im Abstand von drei Wochen. Muttermilch-Proben waren bereits vor der Impfung gesammelt worden und dann beginnend ab Woche 2 nach der ersten Impfung einmal wöchentlich über einen Zeitraum von sechs Wochen. In den Muttermilch-Proben wurden die SARS-CoV-2-spezifischen IgG- und IgA-Antikörper bestimmt. Ergebnis: Die mittleren Titer der Anti-SARS-CoV-2-spezifischen IgA-Antikörper in der Muttermilch stiegen rasch an. Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung galten 61,8 Prozent der Proben als positiv, nach vier Wochen (also eine Woche nach der zweiten Impfung) waren es 86,1 Prozent. Die durchschnittlichen Antikörper-Titer blieben während der gesamten Studiendauer hoch. Die Anti-SARS-CoV-2-spezifischen IgG-Antikörper blieben in den ersten drei Wochen zwar niedrig, stiegen aber bis zur Woche 4. Zu diesem Zeitpunkt waren dann 91,7 Prozent der Muttermilch-Proben positiv und 97 Prozent in den Wochen 5 und 6. Keine Mutter und kein Kind erlitten schwere unerwünschte Wirkungen (JAMA 2021; online 12. April. (ikr)

Die TiKoCo19-Studie hat im Landkreis Tirschenreuth bis Juni 2020 eine SARS-CoV-2-Infektionssterblichkeit (IFR) von 2,5 Prozent ergeben – bei einer Dunkelziffer der Infizierten vom Faktor 5. Dieses Zwischenergebnis der Studie „Prospektive COVID-19-Kohorte Tirschenreuth“ hat das Uniklinikum Regensburg (UKR) jetzt mitgeteilt. In der Studie wird in einer zufälligen populationsbasierten Stichprobe der Anteil der Infizierten in der Bevölkerung des Landkreises Tirschenreuth durch eine Seroprävalenz-Untersuchung ermittelt. Jetzt liegen finale Ergebnisse der Basisuntersuchung aus dem Juli 2020 vor. Mehr als 4200 Freiwillige nahmen an der Studie teil. Die Auswertung der Studiendaten und Hochrechnung von der Zufallsstichprobe auf die Bevölkerung 14 Jahre und älter ergab, dass 8,6 Prozent der Tirschenreuther Bevölkerung im Juni 2020 Antikörper gegen das SARS-CoV-2 aufwiesen. Das Verhältnis der Antikörper-positiven Personen, bei denen die SARS-CoV-2 Infektion nicht bereits durch das damalige Testen registriert worden war, zu denen mit durch Antikörper in dieser Studie nachgewiesener Infektion lag bei 4:1. Mit anderen Worten: die Dunkelziffer von Faktor 5 bedeutet, dass 80 Prozent aller Infektionen durch die damalige Teststrategie nicht erfasst wurden (MedRxiv 2021; online 4.April). (ikr)

Update vom 13. April

Die britische SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 ist zwei Beobachtungsstudien zufolge zwar infektiöser als die ursprüngliche Virusvariante, führt aber nicht häufiger zu schweren oder gar tödlichen Verläufen. Auch das Risiko für Long-COVID-19-Symptome ist demnach bei B.1.1.7 nicht höher. In der ersten Studie verglichen britische Forscher die Krankheitsschwere sowie die Viruslast von 198 COVID-19-Patienten, die mit B.1.1.7 infiziert waren, und 143 COVID-19-Patienten, die sich mit anderen SARS-CoV-2-Varianten angesteckt hatten. Im Bezug sowohl auf Krankheitsschwere als auch Mortalität ergab sich kein signifikanter Unterschied. Allerdings zeigte sich in den PCR-Analysen, dass die Viruslast in Proben von Patienten, die mit B.1.1.7 infiziert waren, höher war als in Proben von Patienten, die nicht mit der B.1.1.7-Variante infiziert waren. In der zweiten Studie werteten die Wissenschaftler Daten der „COVID Symptom Study App“ aus, die vom National Health Service herausgegeben wird. App-Nutzer können hier nach positiver Testung ihre Symptome dokumentieren. Auch hier zeigte die Auswertung keine Unterschiede im Bezug auf Schwere der Symptome und Symptomdauer bei der B.1.1.7-Variante. Ein weiteres Ergebnis: Die B.1.1.7-Variante erhöht wohl nicht das Risiko für eine Reinfektion (Lancet Inf Dis und Lancet Public Health 2021; online 12. April).

Mit einer inhalativen Budesonid-Therapie ließ sich bei Patienten mit nur leichten COVID-19-Symptomen das Risiko für schwere Verläufe verringern im Vergleich zur Standardbehandlung. Das hat eine klinische Phase-2-Studie mit mehr als 140 Patienten ergeben, die seit durchschnittlich drei Tagen an leichten Symptomen wie Husten, Kopfschmerzen oder Fieber litten. Zwei Hübe Budesonid morgens und zwei abends (je 800 μμg) bis zum Rückgang der Symptome verringerten das Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion um 90 Prozent. In der Standard-Gruppe mussten der Per-Protokoll-Analyse zufolge zehn Erkrankte aufgrund von heftiger werdenden Beschwerden eine Notfallambulanz aufsuchen oder stationär aufgenommen werden, in der Budesonid-Gruppe nur ein Patient. Auch die Krankheitsdauer bei milden Verläufen könnte das Mittel um einen Tag verkürzen, wie die Forscher um Sanjay Ramakrishnan von der Universitätsklinik in Oxford berichten (Lancet 2021; online 9. April).

Update vom 12. April

Die Gabe von Remdesivir bei hospitalisierten COVID-19-Patienten war in einer retrospektiven Studie aus den USA mit einer beschleunigten Genesung assoziiert: Bei den 285 Patienten, die Remdesivir erhielten, vergingen im Mittel fünf Tage bis zur klinischen Symptombesserung (definiert als Zeit bis zur Entlassung oder bis zur Besserung zweier im WHO-Score der Krankheitsschwere erfassten Symptome). Bei Patienten, die kein Remdesivir erhielten, waren es sieben Tage. Als sekundärer Endpunkt wurde zudem untersucht, inwieweit Remdesivir Einfluss auf die 28-Tages-Mortalität hat. Hier zeigte sich allerdings kein statistisch signifikanter Unterschied. Die Studienteilnehmer, die Remdesivir erhielten, erfüllten folgende Kriterien: Sauerstoffsättigung im Blut≤≤ 94 Prozent sowie zusätzliche Sauerstoffgabe / mechanische Beatmung / ECMO und zudem ein Alanin-Aminotransferase-Wert, der deutlich unter dem Referenzwert liegt (JAMA Netw Open 2021; online 24. März).

In hochauflösenden Cryo-EM-Aufnahmen (cryo-electron microscopy) zeigen Forscher erstmals menschliche Zellen, die nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff Oberflächenproteine bilden, die dem Spike-Protein von SARS-CoV-2 zum Verwechseln ähnlich sind. Auch die Glykane, die das Oberflächenprotein ummanteln, ähneln denen des Spike-Proteins stark. „Das bedeutet, dass die Vakzine die Bildung eines nahezu identischen Spike-Proteins induziert – und das ist wichtig, um eine schützende Immunantwort zu induzieren“, heißt es in einer Mitteilung der University of Southampton, die außer der Oxford University an der Studie beteiligt war. Die Vakzine basiert bekanntlich auf einem Chimpansen-Adenovirus, der die Bauanleitung für das virale S-Protein enthält und diese in die Körperzellen transportiert. Die Körperzellen exprimieren anschließend das S-Protein auf ihrer Oberfläche – und der Körper entwickelt eine Immunantwort dagegen (ACS Central Science 2021; online 2. April)

Liebe Leser, wir fassen die Corona-Studienlage nun wöchentlich zusammen. Eine Übersicht mit allen bereits veröffentlichten COVID-19-Splittern der vergangenen Wochen und Monate finden Sie hier:

Mehr zum Thema

Diskussionsrunde der Stiftung Charité

Corona-Pandemie: „Die Wissenschaft hat mehr als geliefert!“

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C verlängert Überlebenszeit von Krebs-Patienten

Lungenkrebs und Mamma-Ca

Vitamin C verlängert Überlebenszeit von Krebs-Patienten

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Zur Meldung der Ärzte Zeitung:
Singen scheint nicht riskanter im Bezug auf eine SARS-CoV-2-Infektion zu sein als Sprechen, mein Kommentar.

Singen/Sprechen - Wissenschafts- und erkenntnistheoretische Fragezeichen bei PERFORM

Der Vokal "E " wird mit 95 dB gesungen und mit etwa 40 dB gesprochen: https://www.thieme-connect.de/media/10.1055-b-002-44921/lookinside/10-1055-b-002-44921_chapter029-2.jpg
Ein Singen bei gleicher Lautstärke wie Sprechen ist im Alltag m.E. gar nicht möglich. Vergleichbar ist Singen nur mit laut schreienden Sprechen.

Wenn beim Singen die gleiche Anzahl von Tröpfchen und Aerosolen freigesetzt wird, wie beim Sprechen, ist die ausgestoßene Anzahl der Partikel nach der experimentellen PERFORM-Studie (ParticulatE Respiratory Matter to InForm Guidance for the Safe Distancing of PerfOrmeRs in a COVID-19 PandeMic) in ChemRXiv (DOI: 10.26434/chemrxiv.1278922.v1) lediglich von der Lautstärke abhängig. Deutliche Unterschiede habe es nur beim Atmen gegeben.

Weil es Kasuistiken über SARS-CoV-2-Ausbrüche in Chören gab, hatte ein Team von Medizinern und Ingenieuren zusammen mit 25 professionellen Sängern, aber ohne professionelle Sprecher bzw. normal Sprechende als Vergleichsgruppe, untersucht, wie hoch die Konzentration der Tröpfchen und Aerosole bei verschiedenen Darbietungen ist. Beim Satz „Happy Birthday to you“, gesprochen oder gesungen, war wenig überraschend die Lautstärke entscheidend.

Singen und Sprechen produzieren eine größere Menge an Aerosolen als einfaches Atmen ohne Intonation. Einige Teilnehmer stießen jedoch beim Atmen ungewöhnlich viele Aerosole aus. 4 Teilnehmer produzierten beim Atmen mehr Aerosole als beim lauten Sprechen (90 bis 100 dB). Der Grund dafür blieb unklar.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Dr. Thomas Georg Schätzler

Ausgerechnet Physiker/Nicht-Infektiologen wie Ahlawat, A. et al. publizieren "An Overview on the Role of Relative Humidity in Airborne Transmission of SARS-CoV-2 in Indoor Environments"
https://doi.org/10.4209/aaqr.2020.06.0302
Sie geben zu, lediglich 10 Veröffentlichungen von 2007(!) bis 2020 ausgewertet zu haben?

Quintessenz ihrer Arbeit ist mitnichten:
"Abstract...In dry indoor places i.e., less humidity (< 40% RH) [Relative Humidity], the chances of airborne transmission of SARS-CoV-2 are higher than that of humid places (i.e., > 90% RH). Based on earlier studies, a relative humidity of 40–60% was found to be optimal for human health in indoor places. Thus, it is extremely important to set a minimum relative humidity standard for indoor environments such as hospitals, offices and public transports for minimization of airborne spread of SARS-CoV-2." Und schlimmer noch:
"HIGHLIGHTS - RH is a factor responsible for airborne transmission of SARS-CoV-2 virus.
In dry indoor areas, chances of airborne transmission are higher than humid areas.
Indoor air at 40 to 60 percent RH is the optimum level for human health.
Important to set minimum RH standard for indoor environments."

M.E. belegt die Publikation diese Schlussfolgerungen:
1. Physiker sind keine Virologen und Infektiologen.
2. Wissenschaftliche Veröffentlichungen v o r Dezember 2019 haben mit SARS-CoV-2-Infektionen und COVID-19-Erkrankungen i.d.R. nicht das Geringste zu tun.
3. Keineswegs sind alle viralen Infektionskrankheiten und ihre Erreger wie Influenza- und verschiedene Coronaviren (SARS-CoV-1, MERS und SARS-CoV-2) bei Übertragung, Ausbreitung und Milieubedingungen physikalisch vollkommen gleich zu betrachten.
4. Wenn allein trockene Luft als entscheidender Risikofaktor bei CORONA-Infektionen propagiert wird, missachtet dies die massive Ausbreitung von Covid-19 in feuchtwarmem Klima vieler betroffenen Länder.
5. In Infektions-Medizin und Conditio-humana-Forschung dürfen Physiker keinen Blödsinn publizieren.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler

Dr. Horst Grünwoldt

Zu Zitaten aus der FAZ (Wirtschaft) vom 20. Juli 2020 von Christian Geinitz, Berlin "Wappnen für die Zweite Welle"

Wie kann der gelernte Bankkaufmann Spahn, z.Z. Bundesgesundheitsminister, eine "Zweite Welle" von leblosen Nano-Zellpartikeln vom Typ SarsCoronaV2 ankündigen, und wie will er das -außer klimatologisch- epidemiologisch begründen? - - -Wie kann mein Kollege -der Leiter des RKI Wieler- öffentlich vom "wieder Fuß fassen" des Corona-RNS-Partikels reden, ohne eine neue Psychoseuche zu initiieren? Und dann auch noch - wider virologische Erkenntnisse- äußern, dass "es" ein (binärer) "Organismus " ist, der "nichts weiter möchte, als sich zu vermehren" ? - - -"Und wenn wir ihm (dem leblosen Zellpartikel!) die Chance bieten, dann tut "er" (der verbal personalisierte Nicht-Organismus) das! (?) - - - Da bleibt im Angesicht der vorhersehbaren (schon galoppierenden!) Corona-Weltwirtschaftskrise einem infektiologisch erfahrenen Hygieniker "die Spucke weg"!
Und die Schlußfolgerung: Nicht ein Virus namens Corona ist dafür die reale Gefahr, sondern die zügellosen Phantasmen der regierungsamtlich beauftragten "Experten" zur Begründung von gesundheitsschädlichen "Hygienemaßnahmen". (Die Herren Drosten, Kekule´und Wieler mögen nach dreistündigen Tragen des sog. Mund-Nasenschutzes mal jeder für sich damit einen bakteriologischen Abklatsch auf Blutagarplatten machen, um darauf ihre angereicherten Staphylokokken aus der Nase, und die Streptokokken aus dem Mund-Rachenraum anzuzüchten!)

Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock

Facit des Lesers: Solche begriffliche, mystifizierende Wortwahl ist virologisch und wissenschaftlich ganz und gar unseriös, und nährt die pandemische Viruswolke des Phantoms "Corona", obwohl es sich nicht um einen resistenten Umweltkeim handelt!

Friedrich Bock antwortete

1. Ob ein Argument richtig oder falsch ist hängt davon ab ob es den Tatsachen entspricht und nicht wer vorbringt. Es ist einfach nur arrogant ein Argument gering zu schätzen weil es von einem Bankkaufmann vorgebracht wir
2. ich arbeite seit 30 Jahren in der operativen Medizin , ein Mundnasenschutz kann problemlos viele Stunden getragen werden , das sich danach darin Bakterien finden ist völlig unerheblich

Dr. Thomas Georg Schätzler

Was haben SARS-CoV-2-Virusmaterial, Visiere, MNS-MASKEN, RKI und Donald Trump miteinander zu tun?

Zu: Eine Maskenpflicht für Personal und Patienten hat in US-Kliniken die Rate der SARS-CoV-2-Positiven unter den Klinikmitarbeitern halbiert (JAMA 2020; online 14. Juli).

Visiere bieten im Gegensatz zum Mund-Nasen-Schutz (MNS-MASKEN) nur einen relativen Eigenschutz vor groben Partikeln und einen geringen Fremdschutz, der z.B. im Labor, bei Autopsien und gewerblicher Arbeit (z.B. Abbruch-, Stemm- und Schweißarbeiten) v o r CORONA-Zeiten auch gar nicht zwingend nötig war.

"Association Between Universal Masking in a Health Care System and SARS-CoV-2 Positivity Among Health Care Workers"
von Xiaowen Wang et al.
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768533
belegt aktuell:

Der Schleuderkurs, den das RKI gefahren hatte, war diesbezüglich äußerst kontraproduktiv. Ebenso die ewig bekloppten, paralogischen Lügen-Ideen eines narzisstisch gestörten und gekränkten, orangefarbenen, mit Lichtschutz(!)-Brille aufgehellten Augenpartien aus dem Kopf eines angeblich bedeutendsten Staatsmannes der westlichen Welt.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Dr. Thomas Georg Schätzler

Niemand kann alle neuen CORONA-Studien lesen.
Aber eine hier in der ÄZ zitierte, unverblindete, randomisierten Studie zur Behandlung mit Colchicin [GRECCO-19] hat sofort mein Misstrauen geweckt: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten einen schweren COVID-19-Verlauf entwickeln, [sei angeblich] signifikant verringert [worden]. "
Die Autoren von "Effect of Colchicine vs Standard Care on Cardiac and Inflammatory Biomarkers and Clinical Outcomes in Patients Hospitalized With Coronavirus Disease 2019 - The GRECCO-19 Randomized Clinical Trial" (S. G. Deftereos et al.) https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2767593
haben mangels anderer spezifischer, sensibler, signifikanter/insignifikanter Daten nur mit Surrogatparametern wie kardialen und inflammatorischen Biomarkern bzw. einem 7-gradigen klinischen Status-Scale gearbeitet. Ein "prospective, open-label, randomized clinical trial"] mit gerade mal 105 Patienten ["...were randomized in a 1:1 allocation from April 3 to April 27, 2020..."] ergab nur wenig dramatische und viele harmlos verlaufende Fälle. Die Todesfälle wurden gar nicht weiter analysiert: "Of the 7 patients who met the primary clinical end point in the control group, 1 (14.3%) needed noninvasive mechanical ventilation (bilevel positive airway pressure), 5 (71.4%) were intubated and ventilated mechanically (3 [42.9%] died shortly after intubation), and 1 (14.3%) died suddenly in the ward of cardiorespiratory arrest. The patient in the colchicine group who met the end point needed invasive mechanical ventilation and died subsequently in the intensive care unit." Therapeutisch wurde alles eingesetzt, was Rang und Namen hat: "Chloroquin, Hydroxychloroquin, Azithromycin, Lopinavir, Ritonavir, Tocilizumab und Antikoagulation."
M.E. ist die Publikation nur dem allgemeinen CORONA-Veröffentlichungswahn geschuldet.
Vgl. Mein Kommentar dazu:
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/28123-covid-19-und-sars-cov-2-publikationswahn-publish-or-perish
Mf + kG Dr. Schätzler, FAfAM Dortmund

<< < 5 6 7 > >>

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wo sich sonst der „Fliegende Kuhstall“ dreht, wird jetzt geimpft: Karls Erlebnisdorf in Rövershagen.

„ÄrzteTag“-Podcast

900 Dosen AstraZeneca an einem Tag? Ein Hausarzt sagt, wie‘s geht

Eine der Zeichnungen aus dem Pernkopf-Atlas (1. Band, pp.290-291).

Wertvoll, aber bedenklich

Das moralische Dilemma mit dem Pernkopf-Atlas