KV-Daten

Schub bei Videosprechstunden in Thüringen – Patienten aber zögerlich

Auch in Thüringen haben die Videosprechstunden im vergangenen Jahr zugenommen, zeigen KV-Daten. Patienten präferieren aber den direkten Kontakt, weiß ein Arzt.

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Erfurt. Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, die in Thüringen über eine Genehmigung für Videosprechstunden verfügen, hat sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) inzwischen auf 635 erhöht. Ende des Jahres 2019 waren es demnach lediglich 24. Eindeutig am stärksten haben im vergangenen Jahr Psychotherapie-Praxen von der Möglichkeit der Fernbehandlung per Videoschalte Gebrauch gemacht, gefolgt von den Hausärzten. In Thüringen arbeiten rund 4200 Ärzte und Psychotherapeuten in der ambulanten medizinischen Versorgung.

An der Zahl der bei der KVT abgerechneten Videosprechstunden lässt sich der Verlauf der Corona-Pandemie ablesen. Waren es im ersten Quartal noch 3400 Sprechstunden, erhöhte sich die Zahl im zweiten Quartal um mehr als das Vierfache auf rund 15.500. Von Juli bis Ende September sank sie auf rund 6100, um im letzten Quartal wieder auf rund 11.000 zu steigen.

Patienten oft zögerlich

Allein Psychotherapeuten rechneten im vergangenen Jahr mehr als 19.000 Videosprechstunden ab, Hausärzte rund 9000 und Dermatologen – die Facharztgruppe, die die Videosprechstunde am häufigsten nutzt – etwas mehr als 2500.

Allerdings werde das Angebot von Patienten häufig nur zögerlich angenommen, hat der Hausarzt Jens-Uwe Lipfert aus Wutha-Farnroda unweit von Eisenach beobachtet. „Das Angebot besteht, die Nachfrage ist gering“, sagte er der „Ärzte Zeitung“. Lipfert hat Videosprechstunden seit Pandemiebeginn in den Praxisablauf integriert. Die Technik funktioniere meistens. „Aber die Patienten wünschen sich eben persönliche Nähe.“

Und gerade bei Infekten ersetze eine Videoschalte nicht die körperliche Untersuchung. „Sie müssen dann auch auf Corona getestet werden – und dazu haben wir eine Infektsprechstunde in der Praxis.“ (zei)

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