Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zum erhöhten COVID-19-Risiko

Schwere Zeiten für psychisch Kranke

Vor allem psychisch Kranke sind besonders stark von der COVID-19-Pandemie und ihren Begleiterscheinungen betroffen.

Thomas MüllerVon Thomas Müller Veröffentlicht:

Ein neuer Lockdown, da ist das Jammern und Wehklagen gerade in der Gastro- und Kulturbranche groß – trotz finanzieller Kompensationen. Für einige Menschen geht es jedoch nicht nur um einen Verdienstausfall, sie leiden vor allem unter den Kontaktbeschränkungen. Wer schon depressiv ist, wird sich über die verordnete Einsamkeit und Isolation zu Beginn der kalten und dunklen Jahreszeit sicher nicht freuen.

Generell sind psychisch Kranke besonders von der Pandemie und den Abwehrmaßnahmen betroffen: Gespräche mit dem Psychiater, Psychotherapie? Klar, geht auch per Zoom-Konferenz, sofern man zur Bildungselite gehört und sich ohne Probleme an das „new normal“ anpassen kann. Doch dazu zählen die Wenigsten.

Den meisten psychisch Kranken fehlt es am Know-how, der Technik und der Motivation. Statt „Tele-Health“ gibt’s dann oft nur Telefongespräche, berichtet der Psychiater Professor Andreas Heinz von der Charité in Berlin.

Bittere Medizin

Ein anderes Problem sind die hohen Infektionsraten und die schweren Verläufe unter psychisch Kranken. Das Risikobewusstsein ist oft nicht besonders ausgeprägt, Warnungen erreichen viele nicht, zudem kann es in psychiatrischen Kliniken ähnlich leicht zu großen Ausbrüchen kommen wie in Pflegeheimen – all das mag einen Teil der drastisch höheren Infektionsrate unter psychisch Kranken in einer US-Studie erklären.

Lesen sie auch

Auf der anderen Seite finden sich bei den Betroffenen zahlreiche Risikofaktoren für einen ungünstigen COVID-19-Verlauf: Ein Großteil raucht viel und bewegt sich wenig, Medikamente wie Antipsychotika erhöhen zudem das kardiometabolische Risiko. Insofern erstaunt es

wenig, dass auch das Sterberisiko bei einer SARS-CoV-2-Infektion deutlich höher liegt als in der Allgemeinbevölkerung. Es wäre also wichtig, psychisch Kranke besonders zu schützen. Der Lockdown trägt sicher dazu bei, doch gerade für Menschen mit psychischen Problemen ist er eine sehr bittere Medizin.

Schreiben Sie dem Autor: thomas.mueller@springer.com

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cochrane-Review

Prostatakrebs: Wie ist denn nun die Evidenz des PSA-Screenings?

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Lesetipps
Eine Frau hält Tabletten in der Hand

© Dusan / stock.adobe.com

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Nahaufnahme eines Patient, der den Gesundheitsbereich der ChatGPT-App verwendet.

© Azulblue / stock.adobe.com

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?