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Kampf gegen Resistenzen

Versorgungsvertrag unterstützt CRP-Tests in Thüringer Arztpraxen

Ein verbesserter Einsatz von Labordiagnostik soll zielgenauere Verordnung von Antibiotika ermöglichen.

Veröffentlicht:

Erfurt. Eine zielgenauere Labordiagnostik soll Haus- und Kinderarztpraxen in Thüringen beim indikationsgerechten Einsatz von Antibiotika zur Behandlung von akuten Atemwegserkrankungen und Mittelohrentzündungen unterstützen.

KV Thüringen und Krankenkasse AOK Plus haben dazu einen Versorgungsvertrag geschlossen, an dem sich vorerst 47 Praxen beteiligen. Dabei geht es um Point of Care (PoC)-Labortechnik, die es ermöglicht, den Entzündungsparameter CRP im Blut direkt in den Praxen quantitativ zu testen. KVT und Krankenkasse haben in dem Vertrag gemeinsame Anforderungen festgelegt, die die Labortechnik erfüllen muss.

Bei bakteriellen Infektionen seien CRP und Leukozyten schon von Beginn an erhöht, so die Kasse. Somit erhielten Ärzte einen Hinweis auf den Ursprung der Infektion. Qualitative CRP-Tests seien bislang allerdings nur über Labore möglich. Die in der Arztpraxis bereits möglichen quantitativen Tests wiederum seien nicht aussagekräftig genug.

Pauschalvergütung von sieben Euro

Die am Vertrag teilnehmenden Ärzte erhalten je CPR-Testung am PoC einschließlich Bewertung des Labordatenwerts, die Einschätzung der Antibiotikaverordnung, Aufklärung und Dokumentation eine Pauschalvergütung von sieben Euro, jedoch höchstens einmal am Behandlungstag für den jeweiligen Patienten.

Die Anschaffung des Testgeräts selbst ist Sache der Praxen, sie wird nicht extra durch die Krankenkasse vergütet. Die Kasse verwies darauf, dass die PoC-Testgeräte vielseitig einsatzfähig seien, da sie auch andere Laborparameter testen könnten.

Hintergrund des Versorgungsvertrags ist das zunehmende Problem der Resistenzen gegen Antibiotika, die sich weltweit zu einem massiven Gesundheitsproblem mit jährlich Hunderttausenden Todesfällen entwickelt haben. Der umfangreiche, aber häufig ungerechtfertigte Einsatz in den vergangenen Jahrzehnten spielt dabei eine wichtige Rolle.

Mit dem Versorgungsvertrag wollen KVT und AOK Plus versuchen, das Problem in Thüringen einzudämmen. In Thüringen arbeiten knapp 1700 Hausärzte. In der AOK Plus sind mehr als 900.000 Thüringer versichert, das ist jeder zweite GKV-Versicherte in dem Bundesland. (zei)

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