COVID-19

Was der bayrische Corona-Impfgipfel ergeben hat

Bei einem Impfgipfel haben sich in Bayern Ärzte, Apotheker und Mitarbeiter von Impfzentren ausgetauscht. Welche Schlüsse Ministerpräsident Söder daraus mitnimmt.

Von Anke ThomasAnke Thomas Veröffentlicht:
Berichteten am Montag von den Ergebnissen des bayerischen Impfgipfels: Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (im Hintergrund, beide CSU).

Berichteten am Montag von den Ergebnissen des bayerischen Impfgipfels: Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (im Hintergrund, beide CSU).

© Matthias Balk/dpa

München. Maske tragen, Abstand halten und impfen, impfen, impfen sind die besten Strategien, um Corona die rote Karte zu zeigen. Allerdings steht auch in Bayern die Delta-Variante des Virus vor der Tür. Und 13 Prozent der Impfstoffe in Bayern bleiben unverimpft, gab Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach einem Impfgipfel zu.

Mitarbeiter aus Impfzentren, Ärzte aus Praxen und Betrieben sowie Apotheker waren zu dem Gipfel an einen Tisch gerufen worden, um bestehende Probleme zu erörtern und Lösungen zu finden, wie zum Beispiel Impfdosen, die Praxen nicht in Apotheken abgerufen haben, und dann eigentlich zu den Impfzentren oder den Betriebsärzten gegeben werden könnten. „Wir müssen hier eine größere Flexibilität erreichen“, erklärte Söder. Andererseits sei der Impfstoff nach wie vor knapp, hinzu komme eine gewisse Impfmüdigkeit, von denen Ärzte und Zentren berichteten. Termine würden nicht wahrgenommen oder abgesagt.

Verkürzung der Impfabstände könnte eventuell helfen

Um die Akzeptanz bei Impfmuffeln weiter zu erhöhen und gegen die Delta-Variante zu schützen, gegen die die Erstimpfung nach jetzigem Stand kaum schütze, könne eine Verkürzung der Impfabstände hilfreich sein, erklärte Söder. Das könnte auch die Attraktivität des zeitweise in Verruf geratenen Vakzins von AstraZeneca erhöhen. Besondere Einsätze sieht Söder für den Impfstoff von Johnson und Johnson vor. Da dieser nur einmal verimpft werden müsse, könne das Vakzin zum Beispiel dann gegeben werden, wenn in einer Region ein Ausbruch mit der Delta-Variante verzeichnet würde.

Mit den Impfungen bei Schülern soll bereits kommende Woche begonnen werden, kündigte Söder an. Dies sei besonders wichtig, da sich Delta bei jungen Menschen immens schnell ausbreite. Zunächst sollen Schüler der Abschlussklassen geimpft werden, denn diese seien in der Regel über 18 Jahre alt. Bei den jüngeren Schülern würden die Kinder- und Jugendärzte, über Risiken und Nutzen der Impfung entscheiden.

Impfzentren sollten weiter betrieben werden

Eine weitere Strategie zum Schutz gegen die Deltavariante sieht Söder in Kreuzimpfungen. So könnte eine höhere Flexibilität beim Einsatz vorhandener Impfstoffe und schneller ein Vollschutz erreicht werden. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) forderte in diesem Zusammenhang Aussagen der Ständigen Impfkommission (STIKO). „Die STIKO sollte sich mal klar zu dem Thema positionieren: Welcher Kreis soll mit welchem Impfstoff wann geimpft werden. Das gilt auch für die Auffrischimpfungen“, so Holetschek, der auf die Alten- und Pflegeheime hinwies. Um unentschlossene Bürger zur Impfung zu motivieren, informierte Holetschek außerdem über eine breit angelegte Impfkampagne, die in Bayern am Montag startete. Bei den Impfzentren richtete Söder auch den Blick auf den Bund: Die Zentren dürften nicht geschlossen werden, sie würden weiter gebraucht.

Betreiber der Impfzentren sind die Länder, der Bund beteiligt sich an den Kosten – aktuell noch bis 30. September.

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