Umfrage

Vor welchen Krankheiten sich die Deutschen fürchten

Vor welchen zehn Erkrankungen haben die Bundesbürger am meisten Angst? Das deckt eine Befragung auf. Und es zeigt sich: Die Furcht ist tendenziell jung und weiblich.h.

Von Alexander Joppich Veröffentlicht: 03.12.2019, 13:06 Uhr
Vor welchen Krankheiten sich die Deutschen fürchten

Angst als lähmender Faktor: Warum Jüngere mehr Ängste vor psychischen Krankheiten angeben als Ältere, darauf liefert die DAK-Umfrage keine Antwort.

© GoodIdeas / stock.adobe.com

Hamburg. Junge Menschen fürchten sich tendenziell vor mehr Krankheiten als Ältere. Das ist ein Ergebnis einer Studie der DAK-Gesundheit zum Thema „Angst vor Krankheiten“, die die Kasse am Dienstag in Hamburg vorgestellt hat. Besonders groß ist die Angst der 14-bis 29-Jährigen demnach vor psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen: Mehr als vier von zehn Befragten haben Angst davor. Bei den über 60-Jährigen hat nur jeder Fünfte Angst vor psychischen Krankheiten.

Insgesamt haben die älteren Befragten vor etwas weniger Leiden Angst als die jüngeren: Von den zehn abgefragten Krankheiten fürchteten sich die über 60-Jährigen nur vor Demenz und Schlaganfällen mehr als die unter 30-Jährigen.

Besonders frappierend ist der Unterschied bei Geschlechtskrankheiten: Während bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr als jeder Vierte Angst vor STI hat, ist es bei den (Fast-)Senioren nicht einmal jeder 20. Warum Jüngere eher ängstlich in Bezug auf Krankheiten sind, beantwortet die Forsa-Umfrage allerdings nicht.

Was ist die gefürchtetste Krankheit?

Altersunabhängig bleiben Tumoren die Angst-Erkrankung Nummer 1: Mit 69 Prozent fürchten sich mehr als zwei von drei Befragten vor Krebs. Insgesamt ist die Angst vor allen Erkrankungen seit dem Start der Analyse im Jahr 2010 gesunken. Nur bei psychischen Leiden ist die Furcht gleich groß geblieben: Über alle Altersgruppen hinweg hat jeder Dritte Angst vor diesen.

Vor diesen 10 Krankheiten ist die Furcht am größten

  • Krebs (69 %)
  • Alzheimer/Demenz (49 %)
  • Schlaganfall (45 %)
  • Unfall mit Verletzungen (43 %)
  • Herzinfarkt (38 %9
  • Schwere Augenerkrankungen (33 %)
  • Psychische Erkrankungen (30 %)
  • Schwere Lungenerkrankungen (21 %)
  • Diabetes (16 Prozent)
  • Geschlechtskrankheiten wie Aids (11 %)

(Quelle: Forsa-Umfrage 2019 im Auftrag der DAK)

Weitere Erkenntnis: Mehr als die Hälfte schätzt den eigenen Gesundheitszustand als eher gut ein, fast jeder Dritte sogar als sehr gut. Nur 12 Prozent sehen ihren Zustand als schlecht an.

Zur Krebsvorsorge geht nur etwa jeder Zweite

58 Prozent aller Teilnehmer der 2814 Umfrageteilnehmer gaben zudem an, zur Krebs-Vorsorge zu gehen, 43 Prozent zum Gesundheits-Check. Jeder Dritte will auch Entspannungsübungen machen – möglicherweise in Folge des Yoga-Trends.

Lediglich ein Prozent sagte, dass nichts Besonderes gemacht werde, um Erkrankungen vorzubeugen. Ob der hohe Wert an angeblich geleisteten Vorsorgemaßnahmen eher daran liegt, dass die Befragten sozial erwünschte Antworten gaben, bleibt offen.

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Kommentare
Dr. Grünwoldt

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Die individuelle Sorge um irgendeine Krankheit oder Verletzung erlebt gewiß jeder von uns einmal früher oder später in seinem Lebenslauf! Damit die nicht zur ständigen Angstempfindung wird, dürfte alleine ärztliche Aufklärung über die jeweiligen Krankheitsursachen und eine adäquat empfohlene Gesundheits-Fürsorge präventiv helfen.
Dass angeblich junge und aktive Menschen so oft Angst vor psychischen Leiden haben, erstaunt doch sehr. Es dürfte da wahrscheinlich auch im Gender-Zeitalter geschlechtliche Unterschiede geben. Frauen sind erfahrungsgemäß leichter der menschlichen Psyche ("Seele") zugeneigt; und überlassen vielleicht schneller im Geiste "Gefühltes" dem Psychologen oder sogar Psychotherapeuten. Darauf weist mich auch die große Zahl von solchen frauengeführten Praxen beim Bummel durch unsere Großstädte hin.
Natürlich begleitet uns Ältere -je nach Vitalität- die stille Sorge, dass die Abnahme der Körperkräfte auch gewisse Krankheits-Dispositionen nach sich ziehen kann. Neben einer behutsamen -aber nicht passiven- Lebensweise im schon erreichten (!) Alter, wird körperlichen und psychischen Leiden nach m.E. vor allem im trainierten Kopf mit klarem Verstand vorgebeugt .
Insofern dürften Demenzkranke auch Opfer einer Lebensweise sein, die vielerlei Auswirkungen auf unser übergeordnetes Zentralorgan hatte. Und dazu trägt gewiß nicht nur das ü 40 prozentige Lösungsmittel Alkohol bei.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock


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