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„ÄrzteTag“-Podcast

Antibiotika-Resistenzen verhindern: An welchen Schrauben haben Sie gedreht, Dr. Wambach?

Das Innovationsfonds-Projekt ARena, das mit dem Ziel gestartet ist, Antibiotika-Resistenzen abwenden, soll Teil der Regelversorgung werden. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet Mit-Initiator Dr. Veit Wambach, wie es den Ärzten gelungen ist, den Antibiotika-Verbrauch zu reduzieren.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Dr. Veit Wambach, stellvertretender Bundesvorsitzender des Virchowbundes. In seiner Zeit als Netzvorstand in Nürnberg war der Allgemeinmediziner Mit-Initiator des Innovationsfondsprojekts ARena.

Dr. Veit Wambach, stellvertretender Bundesvorsitzender des Virchowbundes. In seiner Zeit als Netzvorstand in Nürnberg war der Allgemeinmediziner Mit-Initiator des Innovationsfondsprojekts ARena.

© Porträt: Virchowbund / Lopata | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

Neu-Isenburg. 14 Arztnetze in Bayern und NRW und fast 300 Arztpraxen haben in den vergangenen Jahren im Innovationsfonds-Projekt ARena (Antibiotika-Resistenzen nachhaltig abwenden) mitgewirkt, um einen leitliniengerechten Gebrauch von Antibiotika zu erreichen. Die Arbeit hat sich gelohnt: Das Projekt ist vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses für die Übernahme in die Regelversorgung vorgeschlagen worden.

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Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Mit-Initiator Dr. Veit Wambach, stellvertretender Bundesvorsitzender des Virchowbundes und 2015, als das Projekt gestartet wurde, Vorsitzender des Praxisnetzes QuE in Nürnberg, was Angela Merkel mit dem Projektstart zu tun hatte und an welchen Schrauben die Ärzte drehen mussten, um nachhaltig erfolgreich zu sein: Unter anderem haben die Ärzte in Qualitätszirkeln den Gebrauch von Antibiotika diskutiert, sie haben ihre Verordnungszahlen an denen von Kollegen gemessen – und sie haben Informationen für Patienten aufbereitet, auch auf Social Media. Das komplexe Konzept überzeugte letztlich den G-BA.

Allgemeinmediziner Wambach erläutert im Gespräch auch, auf welchem Weg und in welchem Zeitraum die Vorgehensweise der Netzärzte im Projekt jetzt in die Regelversorgung übertragen werden könnte. (Dauer: 19:59 Minuten)

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 24.02.202208:57 Uhr

Dass etwa 3/4 aller Antibiotika in Deutschland von niedergelassenen Vertragsärzten verordnet werden suggeriert, dass Kliniken nur ca. 1/4 aller Antibiotika in Deutschland verordnen; missachtet die unterschiedlichen Zeitachsen, auf denen dies geschieht.

Krankenhausaufenthalte findet im Mittel einmal alle 10-15 Jahre im Leben unserer PatientInnen statt. Das entspricht Ausnahmesituationen intramural, wobei mindestens 50 Prozent des gesamten Antibiotika-Einsatzes verbraucht werden. Hinzu kommt die prästationäre Antibiose von den niedergelassenen Haus-, Fach- und Spezialärzten/post-stationäre Antibiotika-Behandlungen extramural.

Problematisch sind Arztbrief-Empfehlung der poststationären Cephalosporin-/Fluorchinolon-Antibiose auf Grund von DRG-bezogenen vorzeitigen Entlassungen/kurzen Verweildauern.

Prof. Dr. Petra Gastmeier, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, leitet das Modellprojekt "Rationaler Antibiotikaeinsatz durch Information und Kommunikation" (RAI). RAI-Studienautorin und Charité-Hygienikerin Dr. Elisabeth Meyer schreibt: "85 Prozent der Antibiotika in der Humanmedizin werden ... von niedergelassenen Ärzten verordnet." Dies verschweigt, dass unsere PatientInnen in der Regel lebenslang viel häufiger schwere bakterielle Infekte medizinisch-ärztlich indiziert ambulant erfolgreich behandelt lassen müssen, um unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Die Klinik-Antibiose geschieht in den wenigen, kurzen Momentaufnahmen des medizinisch-ärztlich-therapeutisch begleiteten Lebenslaufs.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/mre/article/887539/tun-zeitbombe-antibiotika-resistenz.html

Procalcitonin-Biomarker stützen Entscheidungsfindung/sind im ambulanten Bereich nicht immer verfügbar. Qualitätsmanagementmaßnahmen wie Best-Practice-Ansätzen oder Antibiotic-Stewardship-Programme sind zielführend; zusätzlich regional basierte Ansätze.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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