„ÄrzteTag“-Podcast

Sind die Krankenhäuser für das Coronavirus gewappnet?

Italienische Ärzte schlagen Alarm: Die Kliniken sind angesichts des neuen Coronavirus am Limit. Wie deutsche Krankenhäuser mit COVID-19 klarkommen, darüber reden wir in der Podcast-Episode mit Professor Reinhard Busse.

Von Denis NößlerDenis Nößler Veröffentlicht:
Professor Reinhard Busse von der TU Berlin: „Deutschland hat viel mehr Intensivbetten als Italien.“

Professor Reinhard Busse von der TU Berlin: „Deutschland hat viel mehr Intensivbetten als Italien.“

© Britta Pedersen/dpa

In Italien schlagen Klinikärzte Alarm: Die Kapazitäten im Norden des Landes sind wegen massenhafter Patienten mit SARS-CoV-2 am Limit. Wie würde Deutschland damit fertig werden, wenn hierzulande die Zahl der an COVID-19 Erkrankten in die Höhe schnellt?

Der Mediziner und Gesundheitsökonom Professor Reinhard Busse von der TU Berlin ist nicht besorgt: Deutschland habe viel mehr Intensivbetten als Italien, sagt er in dieser Episode des „ÄrzteTag“-Podcasts.

Allerdings müssten die Kliniken hierzulande umdenken. Und auch an Patienten und Bürger richtet er einen Appell. (Dauer: 9:24 Minuten)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Zum Glück ist nichts davon eingetreten, was der Kollege Professor Reinhard Busse von der TU Berlin noch im letzten Jahr vorprogrammieren wollte.

Ärztinnen und Ärzte, Kranken- und Gesundheitspflege, Logistik und freie/gemeinnützige Klinik-Betreiber sollten zu Gunsten großer, monopolartig operierender Krankenhaus-Konzerne und AGs von der Bertelsmann-Stiftung (BS) und dem Berliner IGES-Institut mit massiven Klinik-Schließungen auseinanderdividiert werden.

Einerseits hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) betont: „Ein Krankenhaus vor Ort ist für viele Bürger ein Stück Heimat.“ Gerade in gesundheitli­chen Notlagen brauche es eine schnell erreichbare Versorgung. 120 Krankenhäuser in ländlichen Regionen sollten ab 2020 Finanzspritzen von jeweils 400.000 Euro und damit insgesamt 48 Millionen Euro erhalten.

Andererseits wollte der BS-Report die Versorgung der Patienten "verschlimmbessern". In einer besonderen Art von "Milchmädchenrechnung" sollten derzeit knapp 1.400 Krankenhäuser auf weniger als 600 größere Kliniken "halbiert" werden. „Nur Kliniken mit größeren Fachabteilungen und mehr Patienten haben genügend Er­fahrung für eine sichere Behandlung“, betonten die Autoren der BS-Studie. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/juli/eine-bessere-versorgung-ist-nur-mit-halb-so-vielen-kliniken-moeglich/

Bei Ausweitung der SARS-CoV-2-Epidemie ist die stationäre Versorgung nicht gewährleistet. 28.000 Intensivbetten an den Krankenhäusern gibt es. Dass die Bundesrepublik damit „deutlich besser“ ausgestattet sei als Italien vernachlässigt, dass Intensivbetten in D derzeit alle mit "critical care" Patienten belegt sind. Für Corona COVID-19 Patientinnen und Patienten stehen diese allein aus logistisch-infektiologischen Gründen gar nicht zu Verfügung.

Fazit: Wer rigoros 2019 weit mehr als die Hälfte aller Kliniken in Deutschland schließen wollte, wird 2020 unglaubwürdig, wenn er mit ausreichenden Intensivbetten populistisch hantiert und nicht seine eigenen Fehler eingesteht.


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