„ÄrzteTag“-Podcast

Wie arbeitet eigentlich der Deutsche Ethikrat, Frau Professor Buyx?

Wissenschaft und Politik sind oft nur schwer unter einen Hut zu bringen: Doch das muss der Deutsche Ethikrat leisten – auch jetzt in der Corona-Pandemie. Wie das Gremium sich dieser Herausforderung stellt, erläutert die neue Vorsitzende Professor Alena Buyx im Podcast.

Von Ruth Ney Veröffentlicht: 18.08.2020, 12:00 Uhr
Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Prof. Alena Buyx.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Prof. Alena Buyx, ist auch Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin sowie Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der Medizinischen Fakultät der TU München.

© Dirk Schnack

Die Corona-Krise fordert unsere Gesellschaft seit März in einer gänzlich ungewohnten Art und Weise heraus. Das neue SARS-CoV-2-Virus und die daraus resultierende Erkrankung COVID-19 zeigen besonders deutlich, wie viel wir eigentlich nicht wissen. Und bei vielen Aspekten ergeben sich nicht nur wissenschaftliche, wirtschaftlich und soziale, sondern zudem weitreichende ethische Fragen – nicht nur für Angehörige von Gesundheitsberufen. Hier kommt mitunter auch der Deutsche Ethikrat ins Spiel.

So wurde er um eine Stellungnahme zum Thema Immunitätsausweis von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gebeten. Das war im Mai. In dieser Zeit hat sich der Deutsche Ethikrat auch gerade neu formiert: Unter anderem ist die 42-jährige Ärztin Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien an der TU München, zur neuen Vorsitzenden gewählt worden.

Im Podcast erläutert Alena Buyx, warum es wie „Pudding an die Wand zu nageln“ ist, wenn es darum geht, die Antwort zum Thema Immunitätsausweis zu erarbeiten und wie knifflig es mitunter ist, Wissenschaft in den Medien zu erklären. Außerdem geht sie darauf ein, welche Aufgaben und Ziele das 24-köpfige Gremium sich für seine aktuelle Amtsperiode gesetzt hat. (Dauer 20:49 Minuten)
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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Immunitätsausweis ist und bleibt Etikettenschwindel

Mit AK-Tests werden für SARS-CoV-2-Infektionen/COVID-19-Erkrankungen typische IgM-, IgG-, selten IgA-Antikörper validiert, auf Sensitivität/Spezifität untersucht im Patientenserum nachgewiesen.

Interpretationen erfordern medizinische, infektiologische, labortechnische Fachkenntnisse.

Wenn kein positives Ergebnis erscheint, hat der Patient entweder keine Antikörper, keinen Kontakt mit SARS-CoV-2 gehabt. Oder er wäre hochinfektiös, weil er in der Frühphase der Erkrankung noch keine Antikörper bildet. Dies ließe sich nur durch den spezifisch-aktuellen Erregernachweis mittels PCR erkennen/ausschließen, der aber nach 10-14 Tagen wieder negativ wird.

Fällt der Test dagegen positiv aus, ist der Patient entweder noch hochinfektiös (PCR-Nachweis?), weil er sich in der Spätphase der akuten Erkrankung befindet. Oder er hat die COVID-19-Erkrankung durchgemacht, ist vermutlich immun bzw. hat kreuzreagierende Antikörper gegen andere Coronaviren.

Vergessen wird, das es neben der humoralen, im zeitlichen Verlauf schwindenden AK-Bildung auch noch eine T-Zellen-Immunität gibt. Diese schützt mit ihrer Memory-Funktion auch ohne persistierende AK-Nachweise.

Die Immunitätsausweis-Debatte verkommt mehr und mehr zu einer Spielwiese infektiologischer Dilettanten, Profilneurotikern, "Gesundheits"-Weisen, Health-Literacy-Apologeten, WISO-Experten, Weltverbesserern, paramedizinischen "Fach"-Kundigen und Laienschauspielern in Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft.

Der Deutsche Ethikrat täte gut daran, einen SARS-CoV-2/COVID-19-Immunitätsausweis als Diskriminierung strikt abzulehnen. Die vermeintliche Risikofolgenabschätzung ist wissenschaftlich-empirisch nicht gesichertes Wissen. Riskantes Verhalten/falsches Vorbild werden damit habituell hygienisch-präventiv fehlprogrammiert. Alle anderen, klinisch-infektiologisch relevanten Infektionskrankheiten müssten wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes mit berücksichtigt werden!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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