Senatsempfang in Hamburg anlässlich des Jubiläums

Älteste deutsche Krankenkasse: DAK-Gesundheit wird 250 Jahre alt

Ihre Wurzeln reichen bis Breslau im Jahr 1774 zurück. Der Hamburger Senat würdigt das Jubiläum der ältesten Krankenkasse in Deutschland – und auch der Bundespräsident äußert sich dazu.

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Die selbstverwaltete Sozialversicherung habe selbst stärkste politische Beben überstanden: Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Die selbstverwaltete Sozialversicherung habe selbst stärkste politische Beben überstanden: Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

© Marcus Brandt/dpa

Hamburg. Die älteste deutsche Krankenkasse DAK-Gesundheit wird 250 Jahre alt. Der Hamburger Senat würdigt das Jubiläum am Dienstag mit einem Senatsempfang im Rathaus. Eine Wurzel der DAK ist das 1774 im damals zu Preußen und heute zu Polen gehörenden Breslau gegründete „Institut zum Besten hilfsbedürftiger Handlungs-Diener“.

Für die Angestellten der Kaufleute habe es damals – anders als in den Innungen und Zünften – überhaupt keine soziale Absicherung gegeben, sagte der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, der Nachrichtenagentur dpa. „Das Interessante ist, dass die Handlungsdiener selber auf die Idee gekommen sind, sich zu organisieren.“ Damals sei der Kerngedanke der selbstverwalteten Sozialversicherung entstanden. „Das ist der gewaltige Beitrag, den die damals in Breslau erbracht haben“, sagte Storm.

Selbstverwaltete Sozialversicherung nicht selbstverständlich

Das System habe selbst stärkste politische Beben überstanden. Storm nannte die napoleonische Zeit, das deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik und die Nazi-Diktatur. „Das ist ermutigend.“ Die heutigen Probleme erscheinen nach Storms Ansicht im Vergleich zu den Herausforderungen in früheren Generationen eher klein.

Dennoch hält der DAK-Chef die selbstverwaltete Sozialversicherung nicht für selbstverständlich. „Sie muss immer wieder neu ihren Platz sich selbst erkämpfen.“ Sie habe nur dann eine Zukunft, wenn die Akteure die Herausforderungen – etwa der Finanzierung – mit dem gleichen Elan angingen, wie frühere Generationen es bei anderen Krisen gemacht hätten.

Die DAK-Gesundheit in ihrer heutigen Form mit Sitz in Hamburg und rund 10.000 Beschäftigten ist aus zahlreichen Zusammenschlüssen entstanden. Sie betreut als drittgrößte Krankenkasse in Deutschland rund 5,6 Millionen Versicherte.

Im Vorwort zu einer zum Geburtstag erschienenen wissenschaftlichen Publikation bezeichnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Zusammenschlüsse wie die der hilfsbedürftigen Handlungsdiener als „Wegbereiter für unseren modernen Sozialstaat und unser zuverlässiges Gesundheitssystem“. (dpa)

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