Fachärzteverband fordert bessere Konditionen für Versorgung auf dem Land

Der Deutsche Fachärzteverband sieht kein Problem in der Hausarztversorgung auf dem Land. Vielmehr fehlten Fachärzte - für diese lohne sich die Tätigkeit dort kaum.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Die medizinische Versorgung auf dem Land ist - so zumindest die Ansicht des Deutschen Facharztverbandes (DFV) - vor allem ein Problem der Fachärzte und weniger der Hausärzte.

Die meisten Fachärzte seien Versorgerfachärzte und nicht in der Nische der Hochspezialisierung tätig, erklärte DFV-Vorsitzender Dr. Thomas Scharmann. Für Facharztpraxen auf dem Land seien der Einzugsradius größer und damit die Anfahrtswege für die Patienten weiter. Damit in den Regionen genügend Fachärzte tätig werden, müssten sich die Rahmenbedingungen verbessern.

Der Ansatz von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gegen einen drohenden Ärztemangel sei im Grundsatz richtig, erklärte Scharmann. Es müsse aber keine Quote sein. Vielmehr müssten sich die Bedingungen verbessern, damit Fachärzte auch auf dem Land tätig werden. "Die fachärztliche Tätigkeit auf dem Land muss sich wieder lohnen", sagte Scharmann. In vielen Regionen lebten vor allem viele ältere, pflegebedürftige und multimorbide Patienten, "die auch und gerade von niedergelassenen Fachärzten aufwändig in Hausbesuchen betreut werden müssen", sagte der DFV-Vorsitzende.

Unter der heutigen Honorarsystematik gehe das nicht, weil die zeitintensive Betreuung einer größeren Zahl von Patienten finanziell bestraft werde. "Wir fordern eine Finanzierung, die auf die speziellen Erfordernisse des ländlichen Raumes eingeht", sagte Scharmann.

Der Landfacharzt müsse seine hohe Mobilität bezahlt bekommen. "Dies bildet sich in der gegenwärtigen Systematik nicht ab, in der die Grundversorgung stark gefährdet erscheint", erklärte Scharmann. Um die Versorgung angesichts der demografischen Entwicklung auch in Zukunft sicherzustellen, seien flexible Modelle, wie etwa "Flying-doctor"-Systeme, vorstellbar, bei denen die Fachärzte tageweise in die Region kommen, so Scharmann.

Topthema Ärztemangel in Deutschland: Wie die Kassen den Ärztemangel vermeiden wollen Fachärzteverband fordert bessere Konditionen für Versorgung auf dem Land Neurologen wehren sich gegen Angriff des GKV-Spitzenverbands KBV-Chef wirft "Spiegel" falsche Behauptungen vor Juristen halten Landarztquote für falschen Ansatz Für Landräte gilt: Hausärzte als Hauptsache Ärztemangel: Senioren sichern Versorgung Von der Leyen fordert Nachwuchs-Initiative Ja zur Karriere - aber bitte mit Kindern! Schweizer mit Nachwuchssorgen bei Hausärzten Kommentar: Signal in die falsche Richtung

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview

Frau Neumann-Grutzek: Ist die Krankenhausreform eine Enttäuschung?

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitsunfall: Was bei der Schmerzversorgung gilt

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht