Gesundheitspolitik international

Schweizer mit Nachwuchssorgen bei Hausärzten

BERN (ine). Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz gibt es Nachwuchssorgen bei Hausärzten. Die Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin" von Hausärzten in Bern will die Grundversorgung sichern und den Beruf attraktiver machen.

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In den vergangenen fünf Monaten haben die Ärzte mehr als 200 000 Unterschriften gesammelt. Anfang April wurden sie im Bundeshaus in Bern an die Regierung übergeben.

Die Initiative ist das erste Großprojekt des im vergangenen Jahr gegründeten Berufsverbandes der Haus- und Kinderärztinnen Schweiz ("Hausärzte Schweiz"), einer Dachorganisation der ärztlichen Grundversorger mit 7000 Mitgliedern. Die Initiative wird zudem von der Verbindung der Schweizer Ärzte (FMH, Fédération des Médicins Suisses) unterstützt.

Hintergrund sind Zahlen einer repräsentativen Studie der Universität Basel. Danach werden bis zum Jahr 2016 die Hälfte der heute praktizierenden Ärzte in den Ruhestand gehen und ihre Praxen verlassen. "75 Prozent sind es bis zum Jahr 2012", heißt es in einer Mitteilung der "Hausärzte Schweiz". In den nächsten elf Jahren brauche es mehr als 4500 Hausärzte, um den heutigen Versorgungsstand aufrechterhalten zu können.

Kritik an der Volksinitiative kommt unter anderem vom Verband der chirurgisch und invasiv tätigen Schweizer Ärzte (fmch, foederatio medicorum chirurgicorum helvetica) in Bern. Für talentierte Absolventen sei die Hausarztmedizin nicht attraktiv. Daran werde auch ein Verfassungsartikel nichts ändern, so die Begründung. Aufgabe des Staates könne es nicht sein, eine bestimmte Berufsgruppe unter Artenschutz zu stellen. Eher sollte die hausärztliche Forschung an den Universitäten gefördert werden.

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