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Kommentar

Signal in die falsche Richtung

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Zunächst die gute Nachricht: Es ist positiv, dass der Anstoß zur Diskussion über den drohenden Ärztemangel von allen Akteure im Gesundheitswesen aufgenommen wird. Die schlechte Nachricht: Ein Patentrezept ist noch nicht in Sicht, womit zum jetzigen Zeitpunkt auch keiner rechnen durfte. Und dennoch: Einzelne Äußerungen haben für Verunsicherung unter den Ärzten gesorgt.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Thema "doppelte Facharztschiene" von den Kassen in die Diskussion getragen wird. Sicher: Es ist richtig, die hausärztliche Versorgung zu stärken. Es ist auch richtig, die Bedarfsplanung insgesamt und damit auch für die fachärztliche Versorgung neu zu ordnen. Fatal wäre jedoch, die ambulante Versorgung in die Kliniken zu verlagern. Die Effekte dürften aus den skandinavischen Ländern und aus Großbritannien bekannt sein: lange Wartezeiten, die das Versorgungsniveau verschlechtern würden. Aber: Überall dort, wo sich Kliniken und Fachärzte über gemeinsame Versorgungskonzepte Gedanken machen, wie von einigen Häusern vorgemacht, profitieren beide Seiten.

Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit - auch wenn aus Sicht der Kassen die Verlagerung die kostengünstigere wäre. Es wäre aber auch die schlechtere Variante.

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