SARS-CoV-2

Finale STIKO-Empfehlung für Corona-Impfpriorisierung steht bevor

Sollte die EMA am Montag grünes Licht für das Corona-Vakzin geben, will die Ständige Impfkommission auf jeden Fall ihre Liste parat haben, wer zuerst geimpft werden soll.

Von Christoph BarkewitzChristoph Barkewitz Veröffentlicht:
Wer darf zuerst? Die STIKO will sehr bald ihre finale Empfehlung abgeben, wer die ersten verfügbaren Impfdosen des Corona-Impfstoffs von Biontech bekommt.

Wer darf zuerst? Die STIKO will sehr bald ihre finale Empfehlung abgeben, wer die ersten verfügbaren Impfdosen des Corona-Impfstoffs von Biontech bekommt.

© Mike Morones/The Free Lance-Star/AP/dpa

Wiesbaden. Laut der stellvertretenden Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO), Professor Sabine Wicker, steht die Veröffentlichung der finalen Priorisierungsempfehlung für die Impfungen gegen SARS-CoV-2 unmittelbar bevor. „Heute oder morgen, auf jeden Fall vor dem 21. Dezember“, sagte sie am Mittwoch vor Journalisten in Wiesbaden.

Dieses Datum ist ausschlaggebend, denn für diesen Tag hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Entscheidung angekündigt, ob der Biontech/Pfizer-Impfstoff eine Zulassung in der EU erhält. Da dann unverzüglich in den Mitgliedsstaaten die Impfungen starten sollen, muss klar sein, wer die ersten Spritzen bekommt.

Wicker, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Notfallmedizin und Leiterin des Betriebsärztlichen Dienstes am Universitätsklinikum Frankfurt, verwies auf den bisherigen Stand der Priorisierung, den STIKO, Ethikrat und Leopoldina im November vorgestellt hatten: zuerst diejenigen Menschen mit dem höchsten Sterberisiko und dem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19. Sprich, Hochbetagte und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Weiterhin medizinisches Personal mit hohem Ansteckungsrisiko zum Beispiel in den Intensiv- und COVID-Stationen oder Notfallaufnahmen sowie das Pflegepersonal in den Heimen.

„Schlecht geimpfte Ärzte haben auch schlecht geimpfte Patienten“

Angesichts von Umfragen laut denen die Impfbereitschaft des medizinischen Personals schwindet, betonte Wicker die Wichtigkeit der Impfung gerade dieser Gruppe: Zum einen wegen des eigenen erhöhten arbeitsbedingten Ansteckungsrisikos. Andererseits, so Wicker, wenn das medizinische Personal für sich selbst keine Impfindikationen stellen würde, würde es wohl auch die Patienten nicht impfen. „Ich sage immer, schlecht geimpfte Ärzte haben auch schlecht geimpfte Patienten“. Es gelte also die Beschäftigten „adäquat und sehr detailliert aufklären, dass wir hier hohe Impfquoten erwarten“.

Zumindest bei ihrem Arbeitgeber, den Uniklinikum Frankfurt, stelle sie bei den Beschäftigten eine hohe Bereitschaft, Vorfreude und Hoffnung auf die Impfung fest. „Ich selbst würde mich auf jeden Fall impfen lassen, ich freue mich auf meine Impfung, denn sie bedeutet den ersten Schritt aus der Pandemie.“ Zur Sicherheit des Impfstoffs verwies sie darauf, dass alle Testphasen 1 bis 3 erfolgt und alle Zulassungsdaten vorhanden seien. „Es ist nie eine Frage, wann wir alles wissen, sondern wann wissen wir genügend“, stellte Wicker klar.

Bereits Erkrankte nachrangig

Bereits an COVID-19 erkrankte Menschen mit einem entsprechenden Virusnachweis würden auf jeden Fall nicht in der ersten Stufe geimpft werden, sagte Wicker, da setze man auf eine Teilimmunität für die ersten Monate. Wann diese zum Zuge kämen, könne die STIKO noch nicht sagen. Es gebe allerdings keinen Hinweis, dass es ein Problem wäre, Menschen mit durchgemachter Infektion zu impfen.

Auch der von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) erhobenen Forderung, Bundestagsabgeordnete „gesondert und höher“ zu priorisieren, erteilte die STIKO-Vizevorsitzende eine Absage: „Politiker werden nicht in der ersten Stufe geimpft werden.“

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