Suchtprävention

Junge Menschen konsumieren weniger Alkohol aber mehr Cannabis

Immer mehr junge Menschen sammeln Erfahrungen mit Cannabis. Mehr Prävention ist notwendig, sagt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung Burkhard Blienert – und sieht eine Chancen in der Legalisierung.

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Ein Joint zwischen den Fingern – dieses Bild lässt sich bei jungen Erwachsenen immer häufiger beobachten.

Ein Joint zwischen den Fingern – dieses Bild lässt sich bei jungen Erwachsenen immer häufiger beobachten.

© Mitch / stock.adobe.com

Köln/Berlin. Junge Menschen trinken weniger Alkohol, rauchen weniger Zigaretten, aber konsumieren mehr Cannabis. Das ergab eine repräsentative Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter 12- bis 25-Jährigen.

Dies seien „insgesamt positive Entwicklungen“, sagte Professor Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA in einer Mitteilung am Mittwoch. Große Sorge bereite ihm jedoch der Anstieg beim Cannabiskonsum. Die Hälfte der befragten 18- bis 25-Jährigen gab an, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 34,8 Prozent gewesen. Bei den 12- bis 17-Jährigen liegt der Anteil bei knapp zehn Prozent.

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Beim Thema Cannabis bräuchten wir wirksamere Präventionsmaßnahmen, forderte Burkhard Blienert (SPD), Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen – „in jeder Schule, in jedem Verein und in jeder Familie“. Blienert zeigte sich zuversichtlich, dass durch die baldige Cannabis-Legalisierung das Thema enttabuisiert werden könnte und damit auch Gespräche über Prävention leichter werden könnten.

Alkoholkonsum bei Jugendlichen auf niedrigstem Stand

8,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen gaben in der BZgA-Befragung an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu trinken. Das sei der niedrigste Stand seit Beginn der Beobachtung. Bei den 18- bis 25-Jährigen lag der Anteil derjeniger, die wöchentlich Alkohol trinken, bei 32 Prozent. Außerdem sei die 30-Tage-Prävalenz des Rauschtrinkens in beiden Altersgruppen rückläufig. Möglicherweise hätten die Pandemie-Maßnahmen zu weniger Konsumanlässen geführt, so die BZgA.

Auch die Raucherquote läge auf einem tiefen Stand: 6,2 Prozent der Jugendlichen und 29,8 Prozent der jungen Erwachsenen gab an, zu rauchen. Im Jahr 2001 waren es 27,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 44,5 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gewesen.

Die BZgA befragt regelmäßig Jugendliche und junge Erwachsene nach ihrem Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum. Zwischen April und Juni 2021 wurden insgesamt 7002 Menschen befragt. (schu)

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