Corona-Impfverordnung

Lauterbach will Corona-Impfkampagne voll ausreizen

Die Corona-Impfverordnung soll bis Ende November gelten – so will es Gesundheitsminister Lauterbach. Vertragsärzte hingegen warnen: Der Systemwechsel käme wohl genau in der nächsten COVID-Risikophase.

Veröffentlicht:
Blick in eine leere Impfkabine – wie hier im Impfzentrum des Landkreises Harz.

Blick in eine leere Impfkabine – wie hier im Impfzentrum des Landkreises Harz.

© Matthias Bein / dpa / picture alliance

Berlin. Das Bundesgesundheitsministerium will die Dauer der Corona-Impfverordnung voll ausreizen.

Nach einem aktuellen Verordnungsentwurf, der der Ärzte Zeitung vorliegt, will Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) die Corona-Impfverordnung und die hälftige Finanzierung der Zentren und Teams bis zum 25. November weiterlaufen lassen. Ein Jahr nach Ende der epidemischen Lage endet die Ermächtigung des Gesundheitsministers, die Impfverordnung zu verlängern.

Systemwechsel in der nächsten Corona-Risikophase?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat daher den Bundestag aufgefordert, bei der Dauer der Impfverordnung nachzulegen. Sie sollte bis mindestens 31. März 2023 gelten.

Die Vertragsärzte warnen, den Systemwechsel von der flexibleren Corona-Impfverordnung zurück zur Schutzimpfungsverordnung des Gemeinsamen Bundesausschuss ausgerechnet Ende November vorzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt seien in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Infektionszahlen sprunghaft gestiegen.

Zudem bedürfe die Integration der COVID-19-Schutzimpfung in die vertragsärztliche Regelversorgung längerer Vorbereitungszeit. Mit der aktualisierten Impfverordnung sollen auch Vertrags- und Privatzahnärzte gegen COVID-19 impfen können.

Das Ministerium will vorgeben, dass die ausschließlich privat abrechnenden Zahnärzte COVID-19-Impfungen über die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) abrechnen sollen. In ihrer Stellungnahme merkt die KBV an, dass die KVen bereits mit Abrechnung der aktuell zugelassenen Leistungserbringer ausgelastet seien. Mehr komme nicht in Betracht. Zudem sei es aus Sicht der KBV nicht zweckmäßig, für Vertrags- und Privatzahnärzte unterschiedliche Abrechnungswege zu etablieren.

Impfzentren sollen Geflüchtete durchimpfen

Zudem sollen Zentren und Teams Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zusätzlich zu einer COVID-19-Impfung auch gegen Masern, Röteln, Mumps, Diphterie und Keuchhusten immunisieren. Darauf hatte sich die Ministerpräsidentenkonferenz Anfang April geeinigt. Empfohlen hatte diese Schutzmaßnahme das Robert Koch-Institut.

Die KBV zweifelt daran, ob die Zentren und Teams tatsächlich diese Aufgabe übernehmen sollten. Mit den Vertragsarztpraxen stehe ein flächendeckendes Netz für die Versorgung der Flüchtenden bereit. Zudem gebe es in den Bundesländern bereits Verträge für die Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine mit Schutzimpfungen.(af)

Mehr zum Thema

Pflichtvorsorge

Wenn Beschäftigte in die Tropen reisen

„ÄrzteTag“-Podcast

Lauterbach: „Werde neue GOÄ vorurteilsfrei prüfen“

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Auf dem Spielplatz hat Dr. Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes und Mutter zweier mittlerweile erwachsener Kinder, früher viele Stunden verbracht.

© Frank Rumpenhorst

Kind, Kittel und Karriere

Johna: „Ich fürchte, einige Chefs denken noch so“

Es gibt viele Konstellationen, bei denen eine Anrechnung von Weiterbildung sehr wohl möglich ist: Baden-Württembergs Ärztekammerpräsident Dr. Wolfgang Miller.

© Landesärztekammer Baden-Württemberg

Muster-Weiterbildungsordnung

Ärztetag will Weiterbildung flexibler gestalten