Beiträge und Pflege

Neue Gesetze passieren den Bundesrat

Die Länderkammer stimmt Gesetzen zu – formuliert aber auch noch eigene Forderungen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Bundesrat hat sich am Freitag mit dem Versicherten-Entlastungs-Gesetz (GKV-VEG), dem Pflegepersonalstärkungs-Gesetz und der Neuordnung der Pflegeausbildung befasst.

Das VEG entlastet Versicherte durch die Rückkehr zu Betragsparität und ab 2020 durch weitere Beitragssenkungen von Kassen, die hohe Finanzreserven haben. Letzteres sieht die Länderkammer kritisch und plädiert dafür, die Reserven behutsamer abzubauen, als die Bundesregierung plant. Außerdem regt der Bundesrat eine Aufstockung des Strukturfonds an, um damit die fachärztliche Weiterbildung stärker zu fördern und zusätzlich Studienplätze in der Humanmedizin zu schaffen. Die derzeit nicht kostendeckenden staatlichen Zuschüsse für die Krankenversicherung der Hartz-IV-Empfänger müssten aufgestockt werden. Eine Beitragsentlastung fordert der Bundesrat auch für privat versicherte Selbstständige mit geringem Einkommen.

Grundsätzlich begrüßt hat der Bundesrat das Sofortprogramm Pflege, zugleich aber ergänzende Forderungen beschlossen. So sollen auch Hebammen in das Programm eingeschlossen werden, weil inzwischen in jedem zweiten Krankenhaus Schwierigkeiten bestünden, offene Hebammenstellen zu besetzen. Ferner müsse die Pflege auch in Reha-Kliniken einbezogen werden, weil sonst eine Abwanderung von Fachkräften zu erwarten sei. Maßnahmen zur verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollten nicht aus der Pflegeversicherung, sondern mit Steuermitteln finanziert werden. Über die Änderungswünsche muss der Bundestag entscheiden.

Zugestimmt hat der Bundesrat der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe, die ab 2020 wirksam werden wird. Dies hat der Bundesrat allerdings mit teils deutlicher Kritik verbunden. Es bestehe die Gefahr, dass der Beruf der Altenpflege im Vergleich zu anderen Fachkräften abgewertet werde. Die Auswirkungen der Verordnung müssten deshalb wissenschaftlich untersucht werden.

Ferner hat der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, mit der HIV-Schnelltest ohne ein ärztliches Rezept für Personen, die die Sore haben, sich mit HIV infiziert zu haben, zugänglich werden. Unter Experten besteht Konsens, dass Schnelltests für sexuell übertragbare Infektionen eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Testmöglichkeiten darstellen. (HL)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Nutzenbewertung

Durchwachsene Evidenz für neue Wirkstoffe und Indikationen

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?