Schleswig-Holstein

Neues Versorgungspaket für Schwangere im Norden

Werdende Mütter sollen besser versorgt und so die Früh- und Mangelgeburtenrate im Land gesenkt werden. Möglich machen soll‘s „M@dita“.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Eine Hebamme wiegt ein Baby. Das Versorgungsprogramm „M@dita“ soll dazu beitragen, die Früh- und Mangelgeburtenrate zu senken. Das Programm wird aus Mitteln des Innovationsfonds über vier Jahre unterstützt.

Eine Hebamme wiegt ein Baby. Das Versorgungsprogramm „M@dita“ soll dazu beitragen, die Früh- und Mangelgeburtenrate zu senken. Das Programm wird aus Mitteln des Innovationsfonds über vier Jahre unterstützt.

© Julian Stratenschulte/dpa

Kiel. Schwangere in Schleswig-Holstein sollen durch eine digitale Vernetzung mit Frauenärzten und Hebammen engmaschiger versorgt werden. Das jetzt gestartete Versorgungsprogramm „M@dita“ wird vom Innovationsfonds für einen Vierjahreszeitraum mit insgesamt 4,6 Millionen Euro gefördert.

„Die interdisziplinäre Betreuung der werdenden Mütter soll mit dazu beitragen, die Früh- und Mangelgeburtenrate zu senken“, nannte Schleswig-Holsteins Landesdirektorin Iris Kröner von der AOK Nordwest eines der wesentlichen Ziele. Versicherte ihrer Kasse können ebenso teilnehmen wie die der Techniker Krankenkasse. Voraussetzung: Sie müssen sich vor der 26. Schwangerschaftswoche eingeschrieben haben.

Begleitet werden sie bis zu vier Monate nach der Entbindung. Angestrebt wird eine Teilnehmerzahl von mindestens 2262 Schwangeren – ab dieser Zahl rechnen die Verantwortlichen mit aussagekräftigen Ergebnissen. Für die Betreuung streben sie an, dass jeweils rund 100 Frauenärzte und Hebammen das Programm unterstützen.

Schwangere erhalten digitalen Mutterpass

Die Schwangeren bekommen per M@dita-App einen digitalen Mutterpass, werden bei der Suche nach Hebammen und Frauenärzten unterstützt, die sie durch den weiteren Verlauf der Schwangerschaft abgestimmt begleiten. In Aussicht gestellt werden unter anderem „individuelle Begleitung“ und „persönliche und umfangreiche Stillberatung schon vor der Geburt“ sowie „intensive Beratung und Hilfestellung in besonderen Situationen“. Frauenärzte haben Zugriff auf ein gemeinsames Webportal, leisten ein ergänzendes Screening zu Risikofaktoren, erhalten Schulungen und eine Extra-Vergütung für die zusätzliche Betreuung von Schwangeren.

Die Programmpartner, zu denen neben den beiden genannten Krankenkassen auch die Optimedis AG und das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Uni Hamburg zählen, erhoffen sich von M@dita eine Weiterentwicklung der Schwangerenversorgung, weniger Frühgeburten und mehr Kinder, die auch nach vier Monaten der Geburt noch voll gestillt werden. Außerdem versprechen sie sich eine intensivierte Zusammenarbeit von Frauenärzten und Hebammen sowie mit den kommunalen Frühen Hilfen und anderen, etwa präventiven Angeboten für werdende Mütter.

Ob das Programm tatsächlich zu einer Versorgungsverbesserung beitragen kann, wird nach Evaluierung durch das Hamburg Center for Health Economics entschieden. Die Förderphase startete Anfang 2020 und endet zum Jahresende 2023.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

© Pixelrohkost / stock.adobe.com

Arztinformation – Hilfe für Patientinnen in den Wechseljahren

Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Procter & Gamble Health Germany GmbH, Schwalbach am Taunus
Abb. 1: Wichtige Signalwege und Angriffspunkte für eine zielgerichtete Therapie beim Mammakarzinom

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Molekularpathologische Diagnostik

Welche Tests sind wichtig beim Mammakarzinom?

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?