Direkt zum Inhaltsbereich

Darmkrebs-Vorsorge

"Noch deutlich Luft nach oben!"

Veröffentlicht:

LUDWIGSHAFEN. Die Stiftung Lebensblicke will sich in Zukunft verstärkt Menschen zuwenden, die den Darmkrebs überstanden haben und deren Nachsorge häufig nicht ausreichend gesichert ist. Das hat der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Professor Jürgen F. Riemann zum Auftakt des Darmkrebsmonats März am Dienstag in Ludwigshafen angekündigt.

Riemann bedauerte, dass die Teilnahmeraten an den Vorsorge- und Früherkennungsangeboten der Kassen mit 20 bis 30 Prozent eher niedrig seien. Hier gebe es deutlich Luft nach oben. Dies gelte insbesondere für die Vorsorgekoloskopie, die nur etwa zwei bis drei Prozent der Berechtigten pro Jahr wahrnehmen.

Die Pressesprecherin der Barmer GEK Rheinland-Pfalz Katharina Steinbach würdigte die Entwicklung des immunologischen Stuhltests (iFOBT) als entscheidenden Fortschritt in der Krebsprävention. Die Barmer habe dieses innovative Testverfahren deshalb als erste Kasse unter Schirmherrschaft der Stiftung LebensBlicke für ihre bayerischen Versicherten unter wissenschaftlicher Begleitung in den Leistungskatalog aufgenommen.

Riemann rechnet damit, dass dieser Test womöglich noch in diesem Jahr in die Regelversorgung aufgenommen wird. Er wird dazu ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses Josef Hecken führen. Ausdrücklich forderte Riemann, dass bei Einführung der neuen Methode "alle Ärzte im Spiel bleiben", dass also nicht das Labor allein Maß aller Dinge sei.

Professor Dieter Schilling, Chefarzt im Diakonissenkrankenhaus Mannheim, forderte, den Fokus verstärkt auf besonders gefährdete Verwandte von Menschen mit Dickdarmkrebs zu richten. Er verwies auf Ergebnisse der sogenannten FAMKOL-Studie. Diese habe nachgewiesen, dass das Beratungsgespräch erstgradig Verwandter von Dickdarmkrebspatienten durch trainierte Fachangestellte oder Krankenschwestern mehr Menschen motiviert, selbst Krebsvorsorge zu betreiben, als etwa die alleinige Ausgabe von Flyern.

Aus Sicht von Professor Frank Lammert von der Uniklinik Saar gehört zu einer effizienten Vorsorge auch das Unterlassen unnötiger Anordnungen von Ärzten. Bei Menschen, die an der Vorsorgekokoskopie teilnehmen, sollte es keine zusätzliche Untersuchung auf fäkales okkultes Blut geben. (fuh)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Von Infektionen bis Dermatozoenwahn

Dermatologische Komplikationen von „Chemsex“

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Kampf dem Zervixkarzinom

Ärzte sind sich einig: eine Impfung schützt!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt