Beauftragter Rörig

Pakt gegen Kindesmissbrauch gefordert

Ärzte spielen eine wichtige Rolle beim Aufdecken sexueller Gewalt gegen Kinder. In der Gesellschaft wird das Thema verdrängt, kritisiert der Unabhängige Beauftragte Johannes-Wilhelm Rörig.

Veröffentlicht:
Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, fordert mehr Engagement im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder.

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, fordert mehr Engagement im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder.

© Gregor Fischer/dpa

Berlin. Beim Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche schaut die Gesellschaft in Deutschland lieber weg.

Zu diesem Ergebnis kommt der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig.

Mehr als 20.000 Ereignisse von Missbrauch und Kinderpornografie registriere die Polizeistatistik jedes Jahr. Ein deutlicher Abwärtstrend sei nicht zu erkennen. Forscher gehen davon aus, dass statistisch gerechnet in jeder Schulklasse und Kita-Gruppe ein bis zwei Kinder Missbrauchserfahrungen ausgesetzt sind oder waren.

„Gesellschaftlicher Pakt gegen Missbrauch gefordert“

Auf den Tag genau zehn Jahre, nachdem der „Missbrauchsskandal“ am Berliner Canisius Kolleg ins Rollen gekommen war, wollte Rörig am Dienstag in Berlin deshalb „keine rosige Bilanz“ ziehen. Deutschland tue so, als ob dieser „Abgrund der Gesellschaft niemals zu verhindern wäre“, klagte Rörig.

„Ich bin erschrocken darüber, mit welcher Gelassenheit sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche von Teilen der Gesellschaft hingenommen wird“.

Rörig forderte einen „gesellschaftlichen Pakt gegen Missbrauch“ und eine „maximale Reduzierung dieser Gewaltverbrechen gegen Jungen und Mädchen“. Er erwarte auch ein Machtwort des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier.

Die Rolle von Kinder- und Jugendärzten, aber auch vieler anderer Ärzte sei von größter Bedeutung, um sexuellen Missbrauch aufzudecken, betonte Rörig.

Im Juli 2017 haben Ärzte und Psychotherapeuten um den Ulmer Psychiater Professor Jörg M. Fegert die „Medizinische Kinderschutzhotline“ (0800 19 210 00) ins Leben gerufen. Darüber können sich Angehörige der Heilberufe in Kinderschutzfragen – Stichwort: Schweigepflicht – beraten lassen. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

Gemeinsame Petition

Recht auf Gesundheit soll ins Grundgesetz

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Digitale Integration: In der elektronischen Patientenakte sollen sämtliche Befunde, Verordnungen und Behandlungsstationen eines Patienten gespeichert werden. Den mündigen Umgang damit, müssen viele erst noch lernen.

© Andrea Gaitanides / stock.adobe.com

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Ein Arzt tröstet eine Patientin.

© Anastasiya / stock.adobe.com

Kollegialer Rat

Empfehlungen für das Überbringen schlechter Nachrichten