Schwangerschaft

Pertussis-Impfung wird Regelleistung

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat beschlossen, dass die Krankenkassen künftig die Kosten für die Impfung gegen Pertussis in der Schwangerschaft übernehmen müssen.

Veröffentlicht:
Werdenden Müttern wird die Pertussis-Impfung im letzten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Die Impfung wird als Regelleistung in den GKV-Katalog aufgenommen.

Werdenden Müttern wird die Pertussis-Impfung im letzten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Die Impfung wird als Regelleistung in den GKV-Katalog aufgenommen.

© and.one / stock.adobe.com

Berlin. Die Impfung gegen Pertussis in der Schwangerschaft wird Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. Damit hat er eine Empfehlung der beim Robert Koch-Institut angesiedelten Ständigen Impfkommission (STIKO) umgesetzt.

Ziel ist es, durch die Impfung der Schwangeren – möglichst zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels – eine Erkrankung des Neugeborenen zu verhindern. Dieser kann selbst in den ersten Lebenswochen noch nicht geimpft werden.

Nach Angaben des RKI treten in Deutschland bei Säuglingen bis zum Alter von drei Monaten etwa 200 Erkrankungen jährlich auf¨– häufig mit einem schweren Verlauf. Die bisherige Empfehlung zur Pertussis-Impfung richtete sich laut GBA an Frauen in gebärfähigem Alter.

Auch enge Freunde haben Anspruch auf Impfung

Der GBA hat in einer Ergänzung zur Schutzimpfungs-Richtlinie zusätzlich klargestellt, dass Personen, die zum engen Freundeskreis gehören und somit Kontakte zum Neugeborenen haben, neben Familienmitgliedern und betreuenden Personen, ebenfalls einen Leistungsanspruch auf die Pertussis-Impfung haben.

Nach Angaben des RKI werden in Deutschland jährlich etwa 12 .000 Pertussis-Erkrankungen gemeldet. Unzureichende Auffrisch-Impfungen trügen dazu bei, dass die Erkrankung vor allem von Erwachsenen übertragen werde, heißt es in einer Mitteilung des GBA.

Säuglinge seien bei einer Ansteckung besonders gefährdet, da eine Infektion bei ihnen zu Apnoen, Pneumonien, Enzephalopathien oder Lungenhochdruck führen könne. Geimpft werden können die Säuglinge erst, wenn sie zwei Monate alt sind.

Weiterer Beschluss: Mehr Ärzte dürfen Soziotherapie verordnen

Neue Studien zur Pertussis-spezifischen Antikörperkonzentration hätten die STIKO dazu bewogen, den Zeitpunkt für die Impfempfehlung zu ändern, so der GBA. So sei festgestellt worden, dass bei der Mehrzahl der Frauen die Antikörperkonzentrationen sehr niedrig waren, auch wenn sie ein bis zwei Jahre vor der Schwangerschaft geimpft worden seien.

Der Nestschutz für den Säugling in den ersten Lebensmonaten sei durch eine Übertragung von mütterlichen Pertussis-Antikörpern vor der Geburt daher sehr unwahrscheinlich. Eine Impfung während der Schwangerschaft führe dagegen zu hohen Antikörperkonzentrationen bei werdenden Müttern und den Neugeborenen.

Darüber hinaus hat der GBA beschlossen, dass auch Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie künftig Soziotherapie verordnen dürfen. (chb)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen