Bundesrat

Pflegebemessung in der Klinik: Länder sind nur mäßig zufrieden

Die Koalition will mit dem Krankenhauspflege-Entlastungsgesetz die Arbeitssituation der Pflegekräfte im Krankenhaus verbessern. Die Länder sehen im vom Bundestag verabschiedeten Gesetz nur teilweise ihre Forderungen erfüllt.

Veröffentlicht:
Die Länder begrüßen das grundsätzliche Ziel, die Personalsituation in der Pflege in Krankenhäusern zu verbessern. Am Krankenhauspflege-Entlastungsgesetz und der vorgesehenen Verordnungsermächtigung gibt es aber im Detail viel Kritik.

Die Länder begrüßen das grundsätzliche Ziel, die Personalsituation in der Pflege in Krankenhäusern zu verbessern. Am Krankenhauspflege-Entlastungsgesetz und der vorgesehenen Verordnungsermächtigung gibt es aber im Detail viel Kritik.

© dpa

Berlin. Der Bundesrat wird das Krankenhauspflegeentlastungsgesetz nicht über den Vermittlungsausschuss aufhalten, ist aber nicht begeistert von der Vorlage. Das geht aus den Ausschussempfehlungen der Länderkammer hervor, über die das Bundesratsplenum am Freitag abstimmen wird.

Der Bundestag hatte dem Gesetzesentwurf bereits Anfang Dezember zugestimmt. Im Kern regelt das Gesetz, wie der Pflegepersonalbedarf auf Krankenhausstationen errechnet und durchgesetzt werden soll. Das dazu verwendete Instrument zur Personalbemessung (PPR 2.0) startet ab Anfang 2023 in einer Erprobungsphase und soll ab 2025 endgültig umgesetzt werden. Dass die Rechtsverordnung für die Ermittlung des Pflegepersonalbedarfs im Einvernehmen mit dem Bundesfinanzministerium erlassen werden soll, stößt bei den Ländern auf strikte Ablehnung.

Bereits im ersten Beratungsdurchgang hatte der Bundesrat viele Änderungswünsche vorgebracht, von denen die Bundesregierung indes nur wenige aufgegriffen hat. Ausdrücklich begrüßt wird, dass die Beteiligung der Länder beim Erlass des geplanten Personalbemessungsinstruments nunmehr vorgesehen sei.

Regelung für Notaufnahmen wird untersucht

Im Vorschlag für eine Entschließung des Bundesrats heißt es, ungelöst bleibe, dass auch durch ein Personalbemessungsinstrument ein „bereits bestehender Personalmangel in der Pflege“ nicht allein beseitigt werden könne. Vermisst wird in der Verordnungsermächtigung auch eine Regelung, in welchen Ausnahmefällen die Krankenhäuser sanktionsfrei von den Personalvorgaben abweichen dürfen. „Insbesondere die letzten Pandemiejahre haben gezeigt, dass eine solche Regelung unerlässlich ist.“

Als Pluspunkt werten die Ausschüsse, dass auf Drängen der Länder nun untersucht werden soll, inwieweit auch für Notaufnahmen adäquate Regelungen zur Personalbemessung getroffen werden können. Zugleich wünschen sich die Länder in einem späteren Gesetzgebungsverfahren eine Regelung, die vorsieht, dass Landeplanungsbehörden regelmäßig über die Ergebnisse der Strukturprüfungen durch den Medizinischen Dienst informiert werden.

Zur Begründung heißt es, die zu erwartenden Prüfergebnisse würden einen „engen Zusammenhang mit den Versorgungsaufträgen der Länder“ aufweisen und unmittelbar in die Krankenhausplanung eingreifen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?