Mukoviszidose

Regierung betont, Länder sind in der Pflicht

Erwachsene Mukoviszidose-Patienten haben große Versorgungsprobleme. Dafür sind keine schnellen Lösungen in Sicht.

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BERLIN. Versorgungsprobleme bei Mukoviszidose-Patienten müssen vor Ort gelöst werden, meint die Bundesregierung. "Eine bedarfsgerechte Versorgung ist möglich", sagte BMG-Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz am Montag im Petitionsausschuss des Bundestags.

Sie verwies auf viele Stellschrauben im Gesundheitssystem, die der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren gestellt habe. So eröffne beispielsweise das Krankenhausstrukturgesetz die Möglichkeit, Zentren für seltene Erkrankungen mit Zuschlägen zu versehen. Gefordert seien nun die Selbstverwaltungspartner, die nicht aus der Verantwortung entlassen werden dürften, mahnte Widmann-Mauz.

Stephan Kruip, Bundesvorsitzender des Vereins Mukoviszidose, verwies dagegen auf gravierende Strukturprobleme in der Versorgung. Im Jahr 1984 habe es bundesweit rund 200 erwachsene Patienten gegeben, derzeit seien es fast 3000. So habe in Erlangen ein sozialpädiatrisches Zentrum 86 erwachsene Mukoviszidose-Patienten behandelt – bis der Zulassungsausschuss die Genehmigung widerrief. Die nächstgelegene Behandlungseinheit liege in diesem Fall rund 200 Kilometer entfernt.

Mukoviszidose sei eine Multiorganerkrankung, für deren Behandlung ein multiprofessionelles Team nötig sei, sagte Kruip. Eine Behandlung nur beim niedergelassenen Pneumologen sei nicht ausreichend. Es sei unverständlich, dass Zentren nur einen Teil ihrer Leistungen erstattet bekämen, obwohl die Medikamentenversorgung das Gros der Kosten ausmache.

Für die Grünen betonte die Abgeordnete Maria Klein-Schmeink, es gehe nicht an, dass die Sektorbrüche der Versorgung bei den Patienten mit komplexem Versorgungsbedarf abgeladen werde. Sie mahnte, Vergütungsverhandlungen müssten stärker mit Fristen versehen werden. (fst)

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